Im Fokus: Die Rosengallwespe

Die Wohnungen der Rosengallwespe Diplolepis rosae sind im November gut zu entdecken, da jetzt die Blätter abfallen und die mehrere cm breiten, struppigen Kugeln gut sichtbar sind. Sind die Gallen im Sommer gelb bis leuchtend rot, färben sie sich im Herbst braun. Zu finden sind sie vor allem an der Hundsrose, Rosa canina, seltener an anderen wilden Rosen. An der importierten Kartoffelrose (Rosa rugosa) und an gezüchteten Rosen lohnt sich die Suche dagegen überhaupt nicht.
Pflanzengallen wachsen dort, wo eine Gallwespe, eine Gallmücke oder ein anderer Gallbildner ein Ei an eine Pflanze gelegt hat. Die aus dem Ei schlüpfende Larve bewirkt dann durch ihren Fraß, dass die Pflanze aus ihren eigenen Zellen eine Verformung ausbildet, die der Larve als Wohnung und gleichzeitig als Nahrung dient. Im Fall der Rosengallwespe ist diese so groß, dass hier gleich mehrere Larven in einer Galle heranwachsen können. Die erwachsenen Rosengallwespenweibchen schlüpfen erst im folgenden Frühling und sind dann auch wieder beim Eierlegen an Rosenzweigen zu beobachten. Männchen brauchen sie dafür nicht – diese tauchen nur ganz sporadisch mal auf. Die meisten Weibchen pflanzen sich durch Jungfernzeugung fort, legen also unbefruchtete Eier, aus denen wiederum weibliche Larven schlüpfen.
Im Frühling lassen sich an den Rosengallen mit etwas Glück auch kleine Erz- und Schlupfwespen beobachten, die ihre Eier in die Rosengalle legen. Ihr Larven leben – je nach Art – entweder als Einmieter friedlich mit den Wohnungseigentümern zusammen oder aber sie ernähren sich von den Larven der Rosengallwespe.