Artensteckbriefe

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Aurorafalter Anthocharis cardamines (Linnaeus, 1758)

Vorderflügellänge 18–22 mm.

Flügel weiß.

Flügeloberseiten: Vorderflügel mit dunkelgrauen Spitzen sowie einem schwarzen Punkt etwa in der Flügelmitte; Männchen zu einem Drittel auffallend orange gefärbt.

Flügelunterseiten: Vorderflügel blasser gefärbt; Hinterflügel mit unregelmäßiger dunkel olivgrüner und weißer Marmorierung.

Ähnliche Art: Das Aurorafaltermännchen ist durch die orangefarbenen Flügelspitzen leicht zu erkennen. Für das Weibchen ist die grünlich marmorierte Unterseite der Hinterflügel ein Erkennungsmerkmal, sonst ist es für den ungeübten Beobachter im Flug mit dem Grünader-Weißling (Pieris napi) oder dem Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) zu verwechseln. 

Aurorafalter haben eine Körperlänge von etwa 18 mm und eine Vorderflügellänge zwischen 18 und 22 mm. Sie gehören zu den Weißlingen (Pieridae). Namensgebend für diese Schmetterlingsgruppe ist die bei vielen Faltern dominant weiße Flügelfärbung, die auch beim Aurorafalter vorherrschend ist.
Die Männchen sind in den Vorderflügeln zudem auffällig orange gefärbt (der Name"Aurora" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Morgenröte), wodurch sie selbst im Flug zweifelsfrei von allen anderen bei uns heimischen Schmetterlingsarten unterscheidbar sind.
Den Weibchen fehlt diese Orangefärbung. Ihre überwiegend weiße Flügeloberseite zeigt ausnahmslos schwarze Zeichnungselemente. Auf der Unterseite der Hinterflügel beider Geschlechter des Aurorafalters befindet sich ein unregelmäßiges olivgrünes Fleckenmuster, welches der Zeichnung des Resedaweißlings (Pontia edusa) ähnelt. Die Weibchen des Aurorafalters sind sehr leicht mit dieser Art zu verwechseln!
Die Larve wird bis zu 3 cm lang und ist überwiegend grün gefärbt.

Das Verbreitungsgebiet des Aurorafalters erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel über das gesamte Europa bis nördlich des Polarkreises in Skandinavien sowie östlich bis nach Japan.

 

Nahrungspflanzen der Raupe: Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) und Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) zählen zu den wichtigsten Nahrungspflanzen, es werden jedoch noch viele weitere Kreuzblütlerarten genutzt. Die Raupe frisst nur die Blüten und die Früchte (Kolligs 2003).

Flugzeit: Je nach Witterungsverlauf von Mitte April oder Ende April bis in den Juni

Überwinterung: als Puppe

Die Falter saugen an verschiedensten Blütenpflanzen, bevorzugt aber gelb und weiß blühende Arten.

Der Aurorafalter besiedelt feuchte Wiesen, Säume und Wälder. Dabei werden Lichtungen, sonnige Waldwege, Schneisen oder Feucht - und Niedermoorwiesen bevorzugt. Entlang von Gräben und Bächen, aber auch in Gärten, Parks und entlang alter Knicks kann man den Falter beobachten. Die Raupe benötigt luftfeucht und nicht in praller Sonne wachsende Nahrungspflanzen. Offene Räume werden seltener genutzt. Intensive Grünlandwirtschaft und die Vernichtung der Übergangszonen von Acker und Wiese zum Wald oder zu Knicks führen zum Rückgang des Aurorafalters.  

In Schleswig-Holstein fehlt die Art den intensiv genutzten Agrargebieten, insbesondere in der Marsch, weitgehend. Ansonsten ist er sowohl im Siedlungsraum, als auch in Wäldern und dem strukturreichen Offenland noch verbreitet anzutreffen und insgesamt noch nicht gefährdet.

Aurorafalter Anthocharis cardamines
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Wusstest Du schon

Fliegt höher als er denkt und weiß dann nicht wo oben und unten ist.

Großer Kohlweißling Pieris brassicae ((Linnaeus, 1758))

Der Große Kohlweißling unterscheidet sich von den anderen Weißlingsarten durch seine Größe und die schwarzen Flügelspitzen. Der schwarze Saum reicht dabei bis in die Flügelmitte, die Weibchen weisen zwei markante Punkte auf der Vorderflügeloberseite auf, die den Männchen fehlen.

Flugzeit: In mehreren, ineinander verschachtelten Generationen von Ende April bis in den September. Die meisten Individuen sind von Mitte Juli bis Mitte August zu beobachten.

Der Kohlweißling ist weit verbreitet. Er ist als so genannter Binnenwanderer bekannt, der manchmal in großer Zahl auftritt und dabei sogar über die Nord- oder Ostsee fliegt. Ursprünglich kam er vor allem an der Küste vor, wo sich die Raupe im Strandbereich entwickelt. Inzwischen ist er überall im Binnenland vertreten und besonders in Gärten aber auch in Kohlkulturen zu finden.

Nahrungspflanzen: Im Küstenbereich leben die Raupen an Europäischem Meersenf (Cakile maritima), Küsten-Meerkohl(Crambe maritima) oder Breitblättriger Kresse (Lepidium latifolium). Im Binnenland werden verschiedene Arten der Kreuzblütler genutzt, beispielsweise Acker-Hederich (Raphanus raphanistrum), Acker-Senf (Sinapis arvensis), Echtes Barbarakraut (Barbarea vulgaris), die Kultursorten des Kohls oder in Gärten zudem die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) (Kolligs 2003).

In Schleswig-Holstein tritt die Art noch verbreitet und jahrweise häufig auf. Als Kulturfolger ist er gegenwärtig nicht als gefährdet anzusehen. 

Großer Kohlweißling Pieris brassicae
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Kleiner Kohlweißling Pieris rapae ((Linnaeus, 1758))

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Kleiner Kohlweißling Pieris rapae
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Blauflügel-Prachtlibelle Calopteryx virgo

Größe:

Relativ große und kräftige Kleinlibelle mit einer Flügelspannweite von etwa 5 bis 7 cm.

Männchen:

Körper und Flügel normalerweise komplett metallisch dunkelblau, eventuell Flügelspitze und -basis etwas heller gefärbt (Breite der ungefärbten Flügelbasis höchstens 1/5 der Flügellänge). Breite der ungefärbten Flügelbasis und rötliche Färbung der letzten drei Hinterleibssegmente ("Laterne") grenzt die Art eindeutig von der Gebänderten Prachtlibelle ab.

Weibchen:

Körper bronze bis kupferfarben, Flügel transparent-braun, in Alter heller. Abgrenzung zum Weibchen der Gebänderten Prachtlibelle anhand der Färbung ist oft nicht eindeutig.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 23 bis 34 mm. Fangmaske mit rautenförmiger Aussparung in der Mitte, Antenne mit deutlich verlängertem ersten Segment. Deutlicher Höcker zwischen den Augen und seitlich am Hinterkopf grenzen ältere Larven eindeutig von denen der Gebänderten Prachtlibelle ab.

Gesamtverbreitung:

Europa bis Mongolei. Fehlt im Norden der Britischen Inseln, in Nord- und Westskandinavien, in Teilen der Iberischen Halbinsel, auf Sardinien und Sizilien.

Deutschland:

Verbreitungsschwerpunkt in den höhergelegenen waldreichen Mittelgebirgen (bis ca. 900 m Höhe). Lückige Verbreitung in der Norddeutschen Tiefebene.

Schleswig-Holstein:

Vor allem im Bereich der Geest südlich des Nord-Ostsee-Kanals bodenständig. Sie fehlt in der Marsch aufgrund ungeigneter Gewässerstruktur, ist aber überraschenderweise aber auch im Östlichen Hügelland an potenziell geeigneten Bächen nicht vertreten.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: 2 Jahre

Schlupfzeit in SH: Ende Mai bis Ende Juni

Flugzeit in SH: Ende Mai bis Ende Juli, einzelne Tiere noch im August und September

Verhalten:

Männchen bilden am Fortpflanzungsgewässer Tagesreviere, die sie von Sitzwarten aus bewachen und mit Drohflügen bis hin zu Luftkämpfen gegen eindringende Männchen verteidigen. Ins Revier einfliegende Weibchen werden durch einen auffälligen Schwirrflug, bei dem die rot gefärbte Unterseite der letzten drei Hinterleibssegmente präsentiert wird, zur Paarung und Eiablage animiert.

Eiablage:

Weibchen legen im Revier der Männchen die Eier in flutende Wasserpflanzen, in im Wasser hängende Halme/Stängel von Uferpflanzen oder in Feinwurzeln von bachbegleitenden Gehölzen wie Erlen.

Imagines:

Ideal sind naturnahe, sauerstoffreiche Bäche mit guter Wasserqualität, die sowohl beschattete als auch besonnte Abschnitte mit Wasserpflanzen aufweisen. In vollständig beschattenen oder sehr offenen Abschnitten nur in geringer Individuendichte und möglicherweise mit eingeschränktem Fortpflanzungserfolg. Bisher bei uns nicht in Seeabflüssen nachgewiesen.

Larven:

In strömungsberuhigten Bereichen der Fließgewässer mit flutenden Wasserpflanzen, Wurzeln oder ins Wasser hängende Halme der Ufervegetation, auch in Buchten mit Totholz und Falllaub. Bisher kein Nachweis für Entwicklung in Stillgewässern.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: gefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: schlechte Wasserqualität, wasserbauliche Maßnahmen

Blauflügel-Prachtlibelle Calopteryx virgo
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • RÜPPELL, G.; D. HILFERT-RÜPPELL; G. REHFELDT & C. SCHÜTTE (2005): Die Prachtlibellen Europas. - Neue Brehm-Bücherei Bd. 654; Westarp-Wissenschaften, Hohenwarsleben.
  • ZAHNER, R. (1959): Über die Bindung von Calopteryx (=Agrion) virgo L. und Calopteryx (=Agrion) splendens HARR. (Odonata, Zygoptera) an den Lebensraum des strömenden Wassers. I Der Anteil der Larven an der Biotopbindung. – Int. Rev. Ges. Hydrobiol. 44: 51-130.
  • ZAHNER, R. (1960): Über die Bindung von Calopteryx (=Agrion) virgo L. und Calopteryx (=Agrion) splendens HARR. (Odonata, Zygoptera) an den Lebensraum des strömenden Wassers. II Der Anteil der Imagines an der Biotopbindung. – Int. Rev. Ges. Hydrobiol. 45: 101-123.

Westliche Weidenjungfer (Chalcolestes viridis)

Größe:

Mit bis zu 48 mm Körperlänge etwas größer und schlanker als die anderen Arten der Gattung.

Männchen:

Körper oben dunkelgrün bis kupferfarben, metallisch glänzend, ohne blaue Bereifung. Flügelmal (ausgefärbt) hell. Brustseite mit dunklem Sporn, dadurch eindeutig von den Binsenjungfern zu unterscheiden. Obere Hinterleibsanhänge auffallend weißlich, untere Hinterleibsanhänge sehr kurz.

Weibchen:

Körper oberseits dunkelgrün, metallisch glänzend, ohne blaue Bereifung. Flügelmal (ausgefärbt) hell. Brustseite mit dunklem Sporn. Legeapparat unterseits stark gezähnt.

Larve/Exuvie:

Länge der letzten Larvenstadien/Exuvie 23 bis 29 mm. Labialpalpen der Fangmaske mit einer tiefen Einbuchtung, aber nicht gestielt wie bei den anderen Binsenjungfern. Schwanzanhänge gebändert.

Gesamtverbreitung:

Mediterrane Art, die aktuell die Grenze ihrer nördlichen Verbreitung im südlichen Dänemark erreicht.

Deutschland:

In ganz Deutschland verbreitet, wird jedoch nach Norden hin und in den höheren Lagen der Mittelgebirge deutlich seltener.

Schleswig-Holstein:

Zurzeit fast im ganzen Land verbreitet, dabei ist jedoch ein deutliches Gefälle von Südwesten nach Norden zu erkennen. Auch die Nordseeküstenregion ist nur sehr dünn besiedelt, dies liegt wahrscheinlich am Fehlen geeigneter Gewässer.

Überwinterung: als Ei

Dauer Larvalentwicklung: zwei bis drei Monate

Schlupfzeit in SH: Juni bis August

Flugzeit in SH: Juli bis September, einzelne Tiere auch im Juni und bis Anfang November

Verhalten:

Die Männchen erwarten die Weibchen im Bereich der Ufergehölze, wo auch die Paarung stattfindet. Bei der Eiablage wird das Weibchen vom Männchen begleitet, meist sieht man dann mehrere Paare, die zusammen an einer geeigneten Stelle Eier legen.

Eiablage:

Einzige Art in Mitteleuropa, die ihre Eier fast ausschließlich in verholzte Pflanzenteile legt. Dazu dienen vor allem Äste von Weiden und Erlen, in Mooren auch Birken. Die Eiablage erfolgt in Zweige, die über dem Wasser hängen, so dass idealerweise die aus den Eiern schlüpfenden (Pro-)Larven direkt ins Gewässer fallen. Der Legeapparat der Weibchen ist daher besonders kräftig und sägeartig ausgebildet.

Die Einstichstellen, die sogenannten Eilogen sind auch im Winter als regelmäßige Verdickungen der Rinde sichtbar und können so als Nachweis der Art mit Hinweis auf Reproduktion dienen

Imagines:

Gewässer aller Art, neben verschieden großen Stillgewässertypen auch in Fließgewässern und Mooren zu finden. Voraussetzung ist das Vorhandensein von Ufergehölzen mit überhängenden Zweigen direkt am Gewässerrand.

Larven:

Am Gewässergrund oder zwischen Wasserpflanzen am Rande der Fortpflanzungsgewässer.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: Radikale Entfernung sämtlicher Gehölzen an Gewässern.

Westliche Weidenjungfer (Chalcolestes viridis)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. & A. SCHRÖTER (Ed.) (2021): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage)
  • JÖDICKE, R. (1997): Die Binsenjungfern und Winterlibellen Europas. -  Neue Brehm-Bücherei Bd. 631; Westarp-Wissenschaften, Magdeburg.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

A. Bruens

Südliche Binsenjungfer (Lestes barbarus)

Größe:

Mit bis 40 bis 45 mm Körperlänge etwas größer als die Glänzende und die Gemeine Binsenjungfer.

Männchen:

Körper oben bronzegrün bis kupferfarben, unterseits hell, höchstens mit Spuren blaue Bereifung. Unterseite des Hinterkopfes deutlich hell abgesetzt. Flügelmal zweifarbig (innen dunkelbraun, außen hell-weißlich), dadurch eindeutig von den anderen (ausgefärbten) Binsenjungfern zu unterscheiden.

Weibchen:

Wie die Männchen gefärbt.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 23 bis 26 mm. Fangmaske wie bei den anderen Binsenjungfern gestielt. Schwanzanhänge zum Ende hin zugespitzt und gebändert.

Gesamtverbreitung:

Das Areal erstreckt sich von Südeuropa bis in die Mongolei und Sibirien. Im Mittelmeerraum flächendeckend vertreten.

Deutschland:

In Deutschland überwiegend in den gewässerreichen Landschaften des Tief- und Hügellandes, vor allem Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg.

Schleswig-Holstein:

Im ganzen Land verbreitet, aber sehr zerstreut. Nördlich des Nord-Ostsee-Kanals nur vereinzelt und ohne Hinweise auf Bodenständigkeit. Größte Nachweisdichte im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Überwinterung: als Ei

Dauer Larvalentwicklung: ein bis zwei Monate

Schlupfzeit in SH: Juni bis Juli

Flugzeit in SH: Juni bis September

Verhalten:

Während die Art im Mittelmeerraum in der Regel sehr standorttreu sind und die Tiere nach der Reifeperiode abseits des Schlupfortes zielsicher zum Entwicklungsgewässer zurückkehren, ist in Mitteleuropa ein deutliches Wanderverhalten festzustellen, was letztendlich auch zur Ausbreitung der Art in den letzten Jahrzehnten geführt hat. Die Abwanderungsrate ist dabei in regnerischen Sommern deutlich höher als in trockenen Jahren.

Eiablage:

Erfolgt im Tandem oder allein in aus dem Wasser ragende Pflanzenstängel oder im Bereich ausgetrockneter Gewässer(abschnitte), die im Winter und Frühjahr wieder wasserführend sind.

Imagines:

Fortpflanzung in flachen Kleingewässern und Tümpeln in sonnenexponierter Lage und mit stärker schwankendem Wasserstand, z.B. neu angelegte Gewässer im Offenland mit ausgedehnter Flachwasserzone und wenig Beschattung oder kleine Gewässer in regenerierenden Kiesgruben.

Larven:

Halten sich zwischen Wasserpflanzen im Flachwasser auf. Die Larven können kurzzeitiges Trockenfallen des Gewässers im feuchten Schlamm überdauern, überstehen vollständige Austrocknung jedoch wahrscheinlich nicht.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: zu frühe Austrocknung der Entwicklungsgewässer, Sukzession

Südliche Binsenjungfer (Lestes barbarus)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (Ed.) (2015): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. / SCHRÖTER, A. (Ed.) (2021): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage)
  • JÖDICKE, R. (1997): Die Binsenjungfern und Winterlibellen Europas. -  Neue Brehm-Bücherei Bd. 631; Westarp-Wissenschaften, Magdeburg.
  • KORN, M. (1988): Erstnachweis der Südlichen Binsenjungfer (Lestes barbarus) auf Helgoland. – Seevögel (Zeitschrift des Verein Jordsand zum Schutze der Seevögel und der Natur e.V.) 9(2): S. 25.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

A. Bruens

Kleine Binsenjungfer (Lestes virens)

Größe:

Sehr zierliche Libelle, mit bis 30 bis 39 mm Körperlänge kleiner als alle anderen Binsenjungfern.

Männchen:

Körper oben metallisch grün, blaue Bereifung im Flügelzwischenraum und auf den letzten zwei Hinterleibssegmenten. Unterseite des Hinterkopfes deutlich hell abgesetzt. Flügelmal braun mit seitlich hellen Randadern, dadurch eindeutig von den anderen (ausgefärbten) Binsenjungfern zu unterscheiden.

Weibchen:

Körper oben metallisch grün, ohne blaue Bereifung. Unterseite des Hinterkopfes deutlich hell abgesetzt. Flügelmal braun mit seitlich hellen Randadern.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 22 bis 26 mm. Fangmaske wie bei den anderen Binsenjungfern gestielt. Schwanzanhänge zum Ende hin abgerundet und nur am Rand gebändert.

Gesamtverbreitung:

Das Areal dieser Art erstreckt sich von Europa bis Westsibirien. Im Süden reicht es bis zur Mittelmeerküste, nach Norden bis Südskandinavien.

Deutschland:

In Deutschland kommt ausschließlich die Unterart L. v. vestalis vor. Sie ist in allen Bundesländern vertreten. Verbreitungsschwerpunkte liegen in der Norddeutschen Tiefebene, in der Uckermark und in der Lausitz. Die Mittelgebirge sind in der Regel nur sehr lückenhaft besiedelt.

Schleswig-Holstein:

In allen Hauptnaturräumen festgestellt, aber bisher nördlich des Nord-Ostsee-Kanals nur wenige Nachweise. Vor allem in der südlichen Geest sowie im Südwesten des Landes regelmäßig zu beobachten.

Überwinterung: als Ei

Dauer Larvalentwicklung: zwei bis drei Monate

Schlupfzeit in SH: Juni bis Juli

Flugzeit in SH: Mitte Juni bis Anfang Oktober

Verhalten:

Die Tiere halten sich in der Ufervegetation und in der näheren Umgebung der Gewässer auf. Die Männchen warten dort auf vorbeifliegende Weibchen. Die höchste Aktivität ist um die Mittagszeit zu beobachten.

Eiablage:

Erfolgt meist im Tandem, seltener allein. Für die Eiablage werden abgestorbene vorjährige Halme der Flatterbinse bevorzugt, häufig in Bereichen, die erst im Frühjahr bei höheren Wasserständen flach überschwemmt werden.

Imagines:

Fortpflanzung in nährstoffarmen, sonnenexponierten Weihern, Kleingewässern und Tümpeln, wobei die Art in Schleswig-Holstein eine weniger starke Moorbindung zeigt als für andere Teile Norddeutschlands festgestellt wurde.

Larven:

halten sich zwischen Wasserpflanzen im Flachwasser auf. Die Larven können kurzzeitiges Trockenfallen des Gewässers im feuchten Schlamm überdauern, überstehen vollständige Austrocknung jedoch wahrscheinlich nicht.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: stark gefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: zu frühe Austrocknung der Entwicklungsgewässer, Sukzession

Kleine Binsenjungfer (Lestes virens)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • RBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. & A. SCHRÖTER (Ed.) (2021): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage)
  • JÖDICKE, R. (1997): Die Binsenjungfern und Winterlibellen Europas. -  Neue Brehm-Bücherei Bd. 631; Westarp-Wissenschaften, Magdeburg.
  • LUNAU, C. (1932): Eiablage von Lestes virens (Charp.) (Odon. Lib.). – Mitt. dt. ent. Ges. 3(3): 44-45.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

A. Bruens

Gemeine Binsenjungfer (Lestes sponsa)

Größe:

Mittelgroße Kleinlibelle, die 35 bis 38 mm lang werden kann.

Männchen:

Körperfärbung grün bis bronze, metalisch glänzend. Ausgefärbte Männchen weisen im typischen Fall an den ersten beiden Hinterleibssegmenten und oben auf den Hinterleibsabschnitten 8 bis 10 eine blaue Bereifung auf. Sie sind aber nicht immer eindeutig von der Glänzenden Binsenjungfer (Lestes dryas) zu unterscheiden, da diese Bereifung bei sehr jungen oder sehr alten Tieren noch nicht oder nicht mehr vollständig ausgebildet sein kann. Zur Sicherheit sind die unteren Hinterleibsanhänge zu betrachten. Diese sind lang, schmal und nicht gebogen.

Weibchen:

Körperfärbung grün bis bronze, metalisch glänzend. Im Gegensatz zu den Männchen ohne Bereifung. Der Legebohrer ragt nicht über das letzte Hinterleibssegment hinaus, dieses Merkmal ist jedoch nicht immer eindeutig genug, um die Art von der Glänzenden Binsenjungfer (Lestes dryas) zu unterscheiden.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 24 bis 31 mm. Fangmaske lang und dünn gestielt. Schwanzanhänge parallelrandig, gebändert und mit abgerundeten Enden.

Gesamtverbreitung:

Mitte- und Nordeuropa einschließlich Britischer Inseln. Im Norden bis zum Polarkreis. In Südeuropa nur bis Nordspanien, Norditalien und Nordgriechenland. Östlich erreicht das Verbreitungsgebiet über Südsibirien und Mogolei die Japanischen Inseln. .

Deutschland:

Häufigste und verbreitetste Art der Familie. Nahezu flächendeckend mit kleineren Verbreitungslücken, z.B. im Oberrheingraben und einigen Mittelgebirgen. In allen Höhenlagen bis ca. 1000 m zu finden, darüber nur spärlich und in geringen Beständen.

Schleswig-Holstein:

In allen Naturräumen verbreitet, allerdings in Angeln, dem nordöstlichen Ostholstein und in der Seemarsch seltener nachgewiesen. Dies ist entweder auf das Fehlen geeigneter Gewässer oder Erfassungsdefizite zurückzuführen. Sie wurde auch auch auf den Nordfriesischen Inseln sowie Fehmarn nachgewiesen. Auf Helgoland ein gelegentlicher Einwanderer.

Überwinterung: als Ei

Dauer Larvalentwicklung: wenige Monate

Schlupfzeit in SH: Ende Mai bis Ende Juni

Flugzeit in SH: Juni bis September, einzelne Tiere noch im Oktober

Verhalten:

Männchen und Weibchen halten sich tagsüber gern in großer Individuendichte am Gewässer auf, wo sie sich an Binsen absetzen.

Eiablage:

Die Eiablage erfolgt in der Regel im Tandem. Die Tiere beginnen oben an einem Binsenhalm und stechen die Eier rückwärtsschreitend ein. Dabei taucht das Paar auch gelegentlich unter Wasser und setzt dort die Eiablage fort.

Imagines:

Die Art besiedelt eine Vielzahl unterschiedlicher Gewässertypen, wobei kleiner bis mittelgroße Stillgewässer bevorzugt werden. Sie fehlt in der Regel in austrocknenden Gewässern und ist nur selten in Fließgewässer nachweisbar. Wichtig ist eine lockere und sonnenexponierte Ufervegetation mit Binsen, Seggen, Schachtelhalmen oder auch Gräsern, die dann auch der Eiablage dienen.

Larven:

Die Larven halten sich in der Flachwasserzone überwiegend zwischen den Pflanzen und nur selten am Boden oder in deckungsarmen Bereichen auf. In Fließgewässern sind sie nur in krautreichen Stillwasserzonen oder strömungsberuhigten Buchten zu finden.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: Beschleunigte Sukzession von Gewässern durch Nährstoffeintrag

Gemeine Binsenjungfer (Lestes sponsa)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. & A. SCHRÖTER (Ed.) (2021): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage)
  • JÖDICKE, R. (1997): Die Binsenjungfern und Winterlibellen Europas. -  Neue Brehm-Bücherei Bd. 631; Westarp-Wissenschaften, Magdeburg.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

Glänzende Binsenjungfer (Lestes dryas)

Größe:

Mittelgroße Kleinlibelle, die 35 bis 40 mm lang werden kann.

Männchen:

Körperfärbung grün bis bronze, metalisch glänzend. Ausgefärbte Männchen weisen im typischen Fall am ersten und an der vorderen Häfte des zweiten Hinterleibssegmentes und oben auf den Hinterleibsabschnitten 8 bis 10 eine blaue Bereifung auf. Sie sind aber nicht immer eindeutig von der Gemeinen Binsenjungfer zu unterscheiden, da diese Bereifung bei jungen oder sehr alten Tieren noch nicht oder nicht mehr vollständig ausgebildet sein kann. Zur Sicherheit sind die unteren Hinterleibsanhänge zu betrachten. Diese sind kurz, löffelförmig verbreitert und nach innen gebogen.

Weibchen:

Körperfärbung grün bis bronze, metalisch glänzend. Im Gegensatz zu den Männchen ohne Bereifung. Der Legebohrer ragt über das letzte Hinterleibssegment hinaus, dieses Merkmal ist jedoch nicht immer eindeutig genug, um die Art von der Gemeinen Binsenjungfer zu unterscheiden. Es können auch blau bereifte, männchenfarbige Weibchen auftreten.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 24 bis 35 mm. Fangmaske lang und dünn gestielt. Schwanzanhänge parallelrandig, gebändert und mit leicht zugespitzten Enden.

Gesamtverbreitung:

Holarktische Art, die auf der ganzen Nordhalbkugel vorkommt. In Europa zerstreut verbreitet. Im Norden reicht die Verbreitung bis zum Polarkreis, im Süden bis nach Zentralspanien, Süditalien und Nordgriechenland. Auch von den Britischen Inseln sind kleinere Vorkommen bekannt.

Deutschland:

Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt in der Norddeutschen Tiefebene. Das Fehlen in Teilen Ostdeutschlands ist wahrscheinlich auf Erfassungslücken zurückzuführen. In Süddeutschland werden vor allem die Höhen zwischen 300 und 800 m besiedelt. Die Art fehlt dort sowohl in den Hochlagen der Mittelgebirgen als auch in den großen Flusstälern.

Schleswig-Holstein:

In ganz SH einschließlich der Inseln verstreut nachgewiesen, der Verbreitungsschwerpunkt liegt allerdings im östlichen Hügelland.

Überwinterung: als Ei

Dauer Larvalentwicklung: mehrere Monate

Schlupfzeit in SH: Ende Mai bis Ende Juni

Flugzeit in SH: Juni bis August, einzelne Tiere noch im September

Verhalten:

Männchen und Weibchen halten sich tagsüber in größeren Beständen von Binsen, Seggen oder Gräsern im Bereich der Gewässer auf. Die Ruhehabitate liegen meist nicht weit vom Gewässer entfernt in Wiesen oder an Gebüschen.

Eiablage:

Die Eiablage erfolgt in der Regel im Tandem. Die Eier werden meist über der Wasseroberfläche abgelegt. Ist das Gewässer trockengefallen werden die Eier mit etwas Abstand über dem trockenen Gewässerboden in die Pflanzen eingestochen.

Imagines:

Besiedelt vor allem kleine, flache Tümpel und Kleingewässer mit einer niedrigen vertikalen Vegetation aus z.B. Flatterbinse, Sumpfbinse oder Seggen. Hohe Röhrichtbestände wie Schilf oder Rohrkolben werden gemieden. Die Fortpflanzungsgewässer sind oft nur temporär wasserführend oder weisen eine breite, im Sommer trocken fallende Wasserwechselzone auf, dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich.

Larven:

Die Larven halten sich zwischen den untergetauchten Teilen der Flachwasservegetation auf. In Fließgewässern meiden sie strömende Bereiche. Die Art kann sich auch unter Brackwasserbedingungen entwickeln.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: Vorwarnliste

Rote Liste Deutschland 2014: gefährdet

Gefährdungsursachen: Eingriffe in den Wasserhaushalt (Entwässerung, aber auch Anhebung des Wasserstandes), intensive Beweidung, Nährstoffeintrag mit beschleunigter Verlandung, fehlende Pflege mit in der Falge Aufwachsen von Gehölzen und starker Beschattung.

Glänzende Binsenjungfer (Lestes dryas)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. & A. SCHRÖTER (Ed.) (2021): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage)
  • JÖDICKE, R. (1997): Die Binsenjungfern und Winterlibellen Europas. -  Neue Brehm-Bücherei Bd. 631; Westarp-Wissenschaften, Magdeburg.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca)

Größe:

Mit 35 bis 44 mm Länge eine mittelgroße Kleinlibelle.

Männchen:

Bräunlichen Grundfärbung mit kupferfarbener torpodoförmiger Zeichnung oben auf den Hinterleibssegmenten. Brust mit zwei dunklen Seitenbinden, die Unterkante der oberen Binde verläuft bei der Gemeinen Winterlibelle gerade. Dieses Merkmal unterscheidet sie von der in Mitteleuropa deutlich selteneren Sibirischen Winterlibelle, bei der die Unterkante dieser Binde nach unten ausgebuchtet ist.

Weibchen:

Wie die Männchen gefärbt.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 20 bis 25 mm. Fangmaske deutlich länglich, aber nicht gestielt. Kiemenblättchen gebändert und mit Seitenadern, die fast rechtwinkelig von der Mittelader abzweigen.

Gesamtverbreitung:

Europa bis Zentralasien. Im Süden geht das Vorkommen bis ans Mittelmeer, im Norden bis an die südliche Ostseeküste, wobei ein Ausläufer bis ins südöstliche Schweden reicht. Im Osten verläuft die Verbreitungsgrenze durch Weißrussland und die Ukraine. Auf den Britischen Inseln bisher nur ein Einzelfund.

Deutschland:

In ganz Deutschland verbreitet mit Schwerpunkten in thermisch begünstigten Bereichen des Flachlandes bis 500 m wie Oberrheingraben, Niederrheinischem Tiefland, Kölner Bucht, Mittelfränkischem Becken und Nordostdeutschem Tiefland.  Größere Verbreitungslücken ergeben sich in den westlichen Mittelgebirgen und im Schwarzwald.

 

Schleswig-Holstein:

Vor allem in den südlichen Landesteilen bis etwa zur Line Kiel - Halbinsel Eiderstedt in allen Naturräume, in der Marsch jedoch nur ausnahmsweise festgestellt. Verbreitungsschwerpunkte liegen im Südosten des Landes und im Aukrug.

Überwinterung: als Imago

Dauer Larvalentwicklung: zwei bis drei Monate

Schlupfzeit in SH: Juli bis August

Flugzeit in SH: beginnt im Juli und dauert bis zum Mai (teilweise sogar Juni) des folgenden Jahres. Da die neue Generation ab Juli schlüpft, ist sogar eine leichte Überlappung der Generationen im Zeitraum Juni/Juli möglich.

Verhalten:

Nach dem Schlüpfen im Sommer bleiben die Imagines nur kurz in der Nähe ihrer Entwicklungsgewässer und halten sich danach in der Umgebung auf. Dort werden sie oft übersehen, da sie gut getarnt auf abgestorbenen Halmen sitzen und nur kurz auffliegen, wenn man ihnen sehr nahe kommt. Ab Oktober suchen sie ihre Überwinterungshabitate auf, wo sie zwischen kleinen Tieben, auf Gehölzjungwuchs oder an Gräsern sitzen. Möglicherweise verstecken sich auch einzelne Tiere in der Laubstreu, in Höhlen oder unter Reisig. Dabei sind sie durchaus phasenweise aktiv und können auch bei niedrigen Temperaturen ihren Standort verändern. Ab März kehren sie zur Fortpflanzung an geeignete Gewässer zurück.

Eiablage:

In Begleitung der Männchen in auf dem Wasser treibende Röhrichtstücke.

Imagines:

Als Entwicklungsgewässer bevorzugt die Gemeine Winterlibelle kleine, sonenenexponierte, nicht zu nährstoffreiche Stillgewässer  in windgeschützter Lage (z.B. in Kiesgruben) mit einem eher lückig ausgebildeten Ried- oder Röhrichtsaum und schnell sich erwärmenden Flachwasserzonen. Die Landlebensräume im Spätsommer und Herbst sind besonnte geschützte Waldränder, Lichtungen, Wegränder und Brache. Die Überwinterung erfolgt in lichten Waldbereichen und an sonnenexponierten, windarmen Waldrändern.

Larven:

Die Larven halten sich zwischen der emersen Ufervegetation, an Tauchblattpflanzen und in Algenwatten dicht unter der Wasseroberfläche auf. Sie sitzen auch gerne an der Unterseite von treibenden Pflanzenteilen oder abgestorbenen Röhrichtstückchen.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: Nährstoffeintrag, Sukzession der Fortpflanzungsgewässer und der Winterlebensräume

Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. & A. SCHRÖTER (Ed.) (2021): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage)
  • JÖDICKE, R. (1997): Die Binsenjungfern und Winterlibellen Europas. -  Neue Brehm-Bücherei Bd. 631; Westarp-Wissenschaften, Magdeburg.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens)

Größe:

Relativ große und kräftige Kleinlibelle mit einer Flügelspannweite von etwa 5 bis 7 cm.

Männchen:

Körper metallisch dunkelblau, Flügel mit blauem Band, Flügelspitze und -basis deutlich transparent (Breite der ungefärbten Flügelbasis mindestens 1/3 der Flügellänge). Breite der ungefärbten Flügelbasis und weiße Färbung der letzten drei Hinterleibssegmente ("Laterne") grenzt die Art eindeutig von der Blauflügel-Prachtlibelle ab.

Weibchen:

Körper metallisch grün, Flügel transparent-grün, in Alter heller. Abgrenzung zum Weibchen der Blauflügel-Prachtlibelle anhand der Färbung ist oft nicht eindeutig.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien/Exuvie 23 bis 34 mm. Fangmaske mit rautenförmiger Aussparung in der Mitte, Antenne mit deutlich verlängertem ersten Segment. Höcker zwischen den Augen und seitlich am Hinterkopf fehlen, dadurch ältere Larve/Exuvie eindeutig von denen der Blauflügel-Prachtlibelle abzugrenzen.

Gesamtverbreitung:

Europa bis Sibirien. Fehlt im Norden Schottland, in Nordskandinavien, auf Malta und Sizilien. In Südfrankreich und auf der Iberischen Halbinsel wird sie durch Südwestliche Prachtlibelle ersetzt.

Deutschland:

In ganz Deutschland nachgewiesen und an geeigneten Gewässern häufig. Fehlt in der Regel an der Nord- und Ostseeküste.

Schleswig-Holstein:

In allen Landesteilen festgestellt, Verbreitungsschwerpunkte sind die Flüsse und größeren Bäche (wie Trave, Treene, Schwentine, Stör, Schwartau, Bille, Eider, Krückau, Pinnau, Alster, Kossau) und ihre Zuflüsse. Sie ist relativ selten in der Marsch, in Angeln und im nördlichen Ostholstein zu finden.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: 2 Jahre

Schlupfzeit in SH: Ende Mai bis Ende Juni

Flugzeit in SH: Ende Mai bis Ende August, einzelne Tiere noch im September

Verhalten:

Männchen bilden am Fortpflanzungsgewässer Tagesreviere, die sie von Sitzwarten aus bewachen und mit Drohflügen bis hin zu Luftkämpfen gegen eindringende Männchen verteidigen. Ins Revier einfliegende Weibchen werden durch einen auffälligen Schwirrflug, bei dem die weiß gefärbte Unterseite der letzten drei Hinterleibssegmente präsentiert wird, zur Paarung und Eiablage animiert.

Eiablage:

Weibchen legen im Revier der Männchen die Eier in flutende Wasserpflanzen oder in im Wasser hängende Halme/Stängel von Uferpflanzen.

Imagines:

Eine typische Art wenig beschatteter, pflanzenreicher Fließgewässer. Besiedelt sowohl schnell fließende kleinere Bäche mit strömungsberuhigten Buchten als auch langsam fließende breite Flüsse. Auch in Seeabflüssen und selbst in begradigten und naturfern ausgebauten Fließgewässern zu finden, wenn flutende Wasserpflanzen oder ins Wasser hängende Halme von Ufergräsern sowie Sitzwarten auf der Böschung vorhanden sind.

Larven:

In strömungsberuhigten Bereichen der Fließgewässer mit flutenden Wasserpflanzen, Wurzeln oder ins Wasser hängende Halme der Ufervegetation. Nachweise für eine Entwicklung unter Stillgewässerbedingungen liegen vor, sind aber die Ausnahme.

Die Larven sollen auch Brackwasser tolerieren, dies kann in Schleswig-Holstein jedoch bisher nicht bestätigt werden.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: schlechte Wasserqualität, wasserbauliche Maßnahmen

Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. & A. SCHRÖTER (Ed.) (2021): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage)
  • RÜPPELL, G.; D. HILFERT-RÜPPELL; G. REHFELDT & C. SCHÜTTE (2005): Die Prachtlibellen Europas. - Neue Brehm-Bücherei Bd. 654; Westarp-Wissenschaften, Hohenwarsleben.
  • THOMES, A. (1985): Ökologische Beobachtungen an den Libellen (Odonata, Insecta) des Unteren Schierenseebaches (Naturpark Westensee, Schleswig-Holstein). – Diplomarbeit an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, 112 pp.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.
  • ZAHNER, R. (1959): Über die Bindung von Calopteryx (=Agrion) virgo L. und Calopteryx (=Agrion) splendens HARR. (Odonata, Zygoptera) an den Lebensraum des strömenden Wassers. I Der Anteil der Larven an der Biotopbindung. – Int. Rev. Ges. Hydrobiol. 44: 51-130.
  • ZAHNER, R. (1960): Über die Bindung von Calopteryx (=Agrion) virgo L. und Calopteryx (=Agrion) splendens HARR. (Odonata, Zygoptera) an den Lebensraum des strömenden Wassers. II Der Anteil der Imagines an der Biotopbindung. – Int. Rev. Ges. Hydrobiol. 45: 101-123.

A. Bruens

Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes)

Größe:

Mit 35 bis 37 mm Körperlänge etwas größer als die Azur- oder Becherjungfern.

Männchen:

Relativ blasse bzw. hell blaue Grundfärbung mit einem variablen schwarzen Muster auf dem Hinterleib. Von allen anderen Libellen durch die verbreiterten Beinschienen mit den auffälligen Dornen am zweiten und dritten Beinpaar zu unterscheiden.

Weibchen:

Hell braune Grundfärbung mit einem variablen schwarzen Muster auf dem Hinterleib. Beine wie beim Männchen ausgebildet.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 18 bis 24 mm. Charakteristische Ausprägung der Schwanz-anhänge mit kontrastreicher überwiegend dunkler Färbung und langgezogener dünner Spitze.

Gesamtverbreitung:

Europa bis Sibirien. Im Westen erreicht sie Südengland und Frankreich, im Norden Südwest-Skandinavien. Im Südosten noch in Kleinasien zu finden.

Deutschland:

kommt in weiten Teilen Deutschlands vor, meidet jedoch die Küstengebiete. Der Verbreitungs- schwerpunkt befindet sich im Flachland, sie wurde weder in den höheren Mittelgebirgslagen noch in den Alpen festgestellt.

Schleswig-Holstein:

Vor allem im Bereich des Hügellandes südlich des Nord-Ostsee-Kanals bodenständig. Verbreitungsschwerpunkte sind das Westenseegebiet, das Einzugsgebiet der Schwentine, die Holsteinische Schweiz, die Umgebung des Schaalsees, der Elbe-Lübeck-Kanal sowie die Fließ-gewässer Trave, Beste, Wakenitz, Hellbach und Bille. In der Geest wurde sie am Breitenburger Kanal und der Stör bei Kellinghusen nachgewiesen.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein Jahr

Schlupfzeit in SH: Mitte Mai bis August

Flugzeit in SH: Mitte Mai bis September

Verhalten:

Die Männchen bilden keine Reviere, sondern suchen am Gewässerrand aktiv nach den Weibchen. Begegnen sie dabei einem Rivalen, drohen sie ihm im Flug mit ihren verbreitereten Beinschienen. Die Weibchen werden sowohl im Sitzen als auch im Flug zur Bildung eines Tandems ergriffen.

Eiablage:

Weibchen legen unter Begleitung des Männchens ihre Eier in flutende Wasserpflanzen oder Schwimmblattpflanzen (sehr gerne in Teichrosen). Dabei bilden sich oft Gruppen an einer oder an benachbarten Pflanzen.

Imagines:

Besiedeln Seen, Kanäle und langsam fließende Bäche und Flüsse vor allem in der hügeligen Jungmoränenlandschaft Schleswig-Holsteins. Die Tiere benötigen eine gut ausgeprägte Gewässerzonierung, ausreichend Wasserpflanzen und ein naturnahes Gewässerumfeld mit besonnten Bereichen.

Larven:

Auf dem Bodenschlamm und zwischen Falllaub. In Fließgewässern werden strömungsarme Bereiche wie dichte Bestände flutender Wasserpflanzen genutzt.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: Vorwarnliste

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: in Fließgewässern durch Gewässerunterhaltung, an Seen durch starke Freizeitnutzung, die die Ufer- und Gewässervegetation beeinträchtigt (z.B. Badebetrieb, Stege, Angeln)

Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. & A. SCHRÖTER (Ed.) (2021): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage)
  • MARTENS, A. (1996): Die Federlibellen Europas – Platycnemididae. – Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 626; Westarp-Wissenschaften, Magdeburg.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.
  • THOMES, A. (1985): Ökologische Beobachtungen an den Libellen (Odonata, Insecta) des Unteren Schierenseebaches (Naturpark Westensee, Schleswig-Holstein). – Diplomarbeit an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, 112 pp.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula)

Größe:

Kräftig gebaute Kleinlibelle mit einer Länge von 33 bis 36 mm.

Männchen:

Färbung leuchtend rot, wobei die Intensität der Farbe mit zunehmendem Alter des Tieres abnimmt. Im Gegensatz zu der in Schleswig-Holstein sehr seltenen zu beobachtenden Zarten Rubinjungfer sind bei dieser Art die Beine schwarz gefärbt.

Weibchen:

Die ebenfalls rot gefärbten Weibchen treten in mehrere Farbvariationen auf, die sich in der Ausdehnung der Schwarzfärbung auf dem Hinterleib unterscheiden.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 17 bis 21 mm. Die Tiere wirken relativ gedrungen, die Schwanzanhänge sind zugespitzt und weisen eine im typischen Fall an der breitesten Stelle eine x-förmige Zeichnung auf, die allerdings oft eher wie ein breites dunkles Band erschein

Gesamtverbreitung:

Besiedelt in Europa ein ausgedehntes Areal, fehlt nur im südlichen Mittelmeerraum. Ostwärts findet man sie bis zum Ural, im Norden erreicht sie den Polarkreis.

Deutschland:

In ganz Deutschland weit verbreitet, sie zählt in allen Bundesländern zu den häufigsten Arten.

Schleswig-Holstein:

Bei uns im Land die zweithäufigste Libelle. Im Bereich der Geest und des Hügellandes dürfte die Art flächendeckend verbreitet sein. In der Marsch ist eine geringere Fundpunktdichte festzustel- len, hier fehlen zumeist Hinweise auf Bodenständigkeit.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein Jahr

Schlupfzeit in SH: Ende Mai bis Ende Juli

Flugzeit in SH: Mitte April bis Ende August, Hauptflugzeit im Mai und Juni

Verhalten:

Die Tiere fliegen nicht besonders gut und meiden das offene Wasser. Die Tiere suchen bei Wind geschützte Stellen auf Wiesen, in Gehölzen oder an Böschungen auf. Die reifen Männchen sitzen in geringer Individuendichte am Gewässerrand in der Vegetation und erwarten die Weibchen. Die Paarung dauert ungefähr 10 bis 30 Minuten.

Eiablage:

Die Eiablage erfolgt in der Regel als Tandem, spät Nachmittags und zum Ende der Flugzeit sieht man auch allein ablegende Weibchen. Die Paare können vollständig untertauchen, manchmal löst sich aber auch das Männchen vorher vom Weibchen, so dass das Weibchen allein unter Wasser ablegt.

Imagines:

Besiedeln eine Vielzahl von Gewässertypen, wie stehenden Gewässern aller Art, Fließgewässer mit geringer Strömungsgeschwindigkeit oder mit strömungsberuhigten Buchten und Moore. Optimal sind dauerhaft wasserführende Gewässer mit einer gut ausgebildeten Wasser- und Ufervegetation sowie Gehölze in der Umgebung. Für die Eiablage werden verschiedene Tauch-, Schwimmblatt- und Röhrichtpflanzen genutzt, in Mooren wurde auch die Eiablage in flutende Torfmoos oder in Torf beobachtet.

Larven:

Die Larven leben zunächst in der Gewässervegetation und wechseln mit zunehmende Alter auf den Gewässergrund, wo sie sich unter überhängenden Ufern, im Wurzelgeflecht von Pflanzen, auf faulenden Blättern oder in Substratlöchern aufhalten.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: keine erkennbar

Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.

A. Bruens

Großes Granatauge (Erythromma najas)

Größe:

Kräftige Kleinlibelle mit einer Länge von 30 bis 36 mm.

Männchen:

Hauptkennzeichen der Gattung sind die leuchtend roten Augen und die blauen Brustseiten. Die letzten beiden Hinterleibssegmente sind ebenfalls blau. Im Gegensatz zum Kleinen Granatauge sind bei dieser Art die Seiten des 2. und des 8. Hinterleibssegmentes schwarz und auf dem 10. Hinterleibssegment ist oben keine x-förmige schwarze Zeichnung zu finden.

Weibchen:

Die Weibchen haben braune Augen, die auch ins rötliche gehen können. Der Körper ist von oben gesehen schwarz, die Brutsseiten und die Unterseite des Adomens sind grünlich. Von den ähnlichen Weibchen des Kleinen Granatauges unterscheiden sie sich farblich nur durch den durchgehenden hellen Schulterstreifen, der sich aber mit zunehmendem Alter verdüstert und daher als Bestimmungsmerkmal ungeeignet ist. Eindeutig sind die Weibchen der beiden Arten nur anhand der Form des Prothorax-Hinterrandes zu trennen.

Larve/Exuvie:

Relativ groß, Länge der größeren Larvenstadien 25 bis 31 mm. Schwanzanhänge abgerundet, mit je drei dunkleren Bändern. Sternit 2 mit einer Reihe Borsten, auch Poststernum mit Borsten, Antenne 6-gliedrig.

Gesamtverbreitung:

Eurosibirische Art, die in Mittel- und Nordeuropa weit verbreitet ist, deren aktuelles Verbreitungszentrum jedoch in Osteuropa liegt. Nach Norden dringt sie bis zum Polarkreis vor, in Südeuropa liegt die Verbreitungsgrenze an den Pyrenäen, in Norditalien und Nordgriechenland. Auf den Britischen Inseln wird nur Südengland besiedelt.

Deutschland:

Der Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland liegt in der Norddeutschen Tiefebene und im Alpenvorland sowie in den Stromtäleren großer Flüsse. Der Mittelgebirgsraum ist deutlich lückiger besiedelt, Höhenlagen von über 750 m werden weitgehend gemieden.

Schleswig-Holstein:

Bei uns im Land flächendeckend verbreitet, wobei die meisten Fundorte im Östlichen Hügelland (mit Ausnahme des Landesteils Angeln) und in den westlichen Geestrandmooren festzustellen sind. Dies ist wahrscheinlich auf die Zahl und Qualität der Gewässser in den jeweiligen Naturräumen zurückzuführen.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein Jahr

Schlupfzeit in SH: Mai und Juni

Flugzeit in SH: Anfang Mai bis Ende August, ausnahmsweise noch im September zu beobachten

Verhalten:

Die ausgefärbten Männchen sitzen auf den Schwimmblättern, vertreiben alle Rivalen in einem Umkreis von 3 bis 6 m und erwarten die Weibchen. Werden sie dort gestört, fliegen sie meist nur kurz auf und setzten sich nach kurzem Flug knapp über der Wasseroberfläche wieder ab. Da die Schwimmblattzone oft weiter vom Ufer entfernt ist, kann die Art leicht übersehen werden. Zur Unterscheidung vom Kleinen Granatauge ist neben der Zeixhnung, die allerdings oft nur mit dem Fernglas erkennbar ist, der gradlinigere, ruhigere Flug und in sitzender Position das parallel zum Substrat gestreckte Abdomen zu nennen.

Eiablage:

Bei der Eiablage in Schwimm- oder Tauchblattpflanzen bleiben die Männchen angekoppelt. Die Eier werden unter der Wasseroberfläche abgelegt, in vielen Fällen taucht das Paar dabei komplett unter. Gelegentlich löst sich das Männchen, sobald das Weibchen unter Wasser geht und koppelt erst wieder an, wenn das Weibchen wieder auftaucht. Es wurden Eiablagen in bis zu 60 cm Wassertiefe mit einer Verweildauer des Weibchens von maximal 56 Minuten unter Wasser registriert.

Imagines:

Stehende oder langsam fließende Gewässer verschiedenster Größe mit ausgedehnter, sonnenexponierter Schwimmblattvegetation, vor allem Teichrose, aber auch Wasserknöterich, Froschbiss und verschiedene Laichkräuter. Optimal sind Seen mit gut ausgebildeter Zonierung, aber auch technische Gewässer werden besiedelt, sobald schwimmender Wasserpflanzen vorhanden sind. Die erfolgreiche Fortpflanzung in Brackwasser wurde bei uns bisher noch nicht festgestellt.

Larven:

halten sich zwischen den untergetauchten Pflanzenteilen der Schwimm- und Tauchblattzone, zeitweise auch im Uferröhricht und zwischen halbverfaulten Vegetationsresten am Gewässergrund auf.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: Verlust/Zerstörung der Schwimmblattvegetation durch Unterhaltung oder Besatz mit Graskarpfen

Großes Granatauge (Erythromma najas)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.

Kleines Granatauge (Erythromma viridulum)

Größe:

Mit mit einer Länge von 26 bis 32 mm etwas kleiner als das Große Granatauge.

Männchen:

Hauptkennzeichen der Gattung sind die leuchtend roten Augen und die blauen Brustseiten. Auch die letzten beiden Hinterleibssegmente sind blau. Im Gegensatz zum Großen Granatauge sind bei dieser Art die Seiten des 2. und des 8. Hinterleibssegmentes ebenfalls blau und auf dem 10. Hinterleibssegment ist oben eine x-förmige schwarze Zeichnung zu finden.

Weibchen:

Die Weibchen haben braune Augen, die auch ins rötliche gehen können. Der Körper ist von oben gesehen schwarz, die Brutsseiten und die Unterseite des Adomens sind grünlich. Von den ähnlichen Weibchen des Großen Granatauges unterscheiden sie sich farblich nur durch den verkürzten hellen Schulterstreifen, der sich aber mit zunehmendem Alter verdüstert und daher als Bestimmungsmerkmal ungeeignet ist. Eindeutig sind die Weibchen der beiden Arten nur anhand der Form des Prothorax-Hinterrandes zu trennen.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 17 bis 20 mm. Ziemlich klein mit relativ langen, am Ende abgerundeten Schwanzanhängen, diese sind nicht gestreift. Sternit 2 mit einere Reihe von Borsten, Poststernit ohne Borsten.. Tergit 3 ist mit langen dünnen Haaren bedeckt. Antennen 7-gliedrig.

Gesamtverbreitung:

Eine holomediterrane Art, die vor allem in Mittel- und Südeuropa vorkommt. Ihre Verbreitungsgebiet reicht von der Atlantikküste bis nach Zentralasien. Die nördlichsten Vorkommen liegen aktuell in Südengland, Dänemark und Südschweden.

Deutschland:

Weit verbreitet, vor allem im Tiefland und in den Flusstälern. Fehlt in den höheren Lagen der Mittelgebirge ab etwa 750 m.

Schleswig-Holstein:

Bis zur nördlichen Landesgrenze verbreitet, die Funddichte nimmt aber von Südosten nach Nordwesten deutlich ab. Nördlich des Nord-Ostsee-Kanals dünnen die Nachweise aus, wahrscheinlich aus klimatischen Gründen. Mit fortschreitender Klimaerwärmung dürfte sich die Nachweisdichte auch im Norden Schleswig-Holsteins weiter erhöhen.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein Jahr

Schlupfzeit in SH: Mitte Mai bis Ende Juli

Flugzeit in SH: Mitte Mai bis Mitte September, Hauptflugzeit im Juli und August

Verhalten:

Die Tiere fliegen in der Regel fern vom Gewässerufer knapp oberhalb der Wasserlinie über der Tauch- oder Schwimmblattvegetation. Dabei setzten sie sich immer nur kurz ab. Bei starkem Wind verstecken sie sich auch in der Röhricht- oder Ufervegetation. Zur Unterscheidung vom Großen Granatauge, mit der sie bei Beobachtung vom Ufer aus leicht verwechselt werden kann, ist neben der Zeichnung, die allerdings oft nur mit dem Fernglas erkennbar ist, der "hektisch" wirkende Zickzackflug und in sitzender Position das in der Regel leicht nach oben gebogene Abdomen ("Hohlkreuz") zu nennen.

Eiablage:

Bei der Eiablage in schwimmende Pflanzenteile bleiben die Männchen angekoppelt, sie setzen sich dabei ab oder richten sich auf und bleiben halb fliegend mit schräg nach vorn gerichtetem Körper auf dem Weibchen stehen ("Wachturmposition"). Bei der Eiablage geht das Paar im Gegensatz zu denen des Großen Granatauges fast nie unter Wasser.

Imagines:

An stehenden oder sehr langsam fließenden, sonnenexponierten Gewässern aller Art, sofern sie eine dauerhafte Wasserführung aufweisen und eine gut ausgeprägte Vegetation aus Schwimmblattpflanzen oder bis an die Wasseroberfläche reichende Tauchblattpflanzen ausgebildet ist. Daneben werden aber auch Matten aus fädigen Grünalgen zur Eiablage genutzt. Besondere Ansprüche an die Wasserqualität stellt die Art nicht. Es werden auch anthropogene Gewässer wie Rückhaltebecken oder Fischteiche besiedelt.

Larven:

in Bereichen ohne Strömung im Schutz dichter Tauchblattpflanzenbestände oder zwischen den Rhizomen der Schwimmblattpflanzen, nach Absterben der Pflanzen im Herbst auf dem Gewässergrund zwischen organischem Material.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: keine erkennbar

Kleines Granatauge (Erythromma viridulum)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.

Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum)

Größe:

Zierliche Kleinlibelle mit einer Gesamtlänge von 31 bis 33 mm.

Männchen:

überwiegend hellblau mit grünlicher Färbung an den Seiten des Körpers. Auf dem Kopf befindet sich zwischen den Hinteraugenflecken ein schmaler blauer Querstrich. Der Hinterleib hat ein schwarzes Muster, das auf dem zweiten Segement sehr variabel sein kann und an einen stumpfen Speer oder an einen Pilz erinnert. Die strichförmige Verbindung zur Segmentgrenze und die etwas höher angeordneten Seitenstriche können fehlen. Die schwarze Zeichnung auf dem dritten Segment ist in der Mitte langgezogen und die schwarze Färbung auf den Segmenten drei bis fünf nimmt nicht mehr als die Hälfte der Segmentlänge ein.

Weibchen:

Die Weibchen sind grün gefärbt. Die Zeichnung ist, von oben gesehen, vom zweiten bis zum zehnten Hinterleibssegment durchgehend schwarz. Auf den Segmenten zwei bis vier ist die Schwarzfärbung etwas schmaler, dadurch ist die grüne Farbe, von oben gesehen, seitlich deutlich sichtbar. Ein eindeutiges Merkmal bei Weibchen dieser Gattung ist der Hinterrand des Halsschildes. Dieser ist bei der Speer-Azurjungfer schwach gewinkelt und weist die Form eines weit geöffneten V auf.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 20 bis 23 mm. Eine Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten dieser Gattung ist schwierig. Das Prämentum der Fangmaske ist relativ schlank. Die am Ende abgerundeten Schwanzanhängen sind nicht gestreift, es findet sich lediglich schwaches Band auf Höhe der Einschnürung in der Mitte. Der distale Rand ist auffällig verdickt.

Gesamtverbreitung:

Nordische Art, deren Verbreitungsgebiet sich von den Beneluxstaaten im Westen über die Alpen im Süden bis nach Ostsibirien erstreckt. Darüber hinaus finden sich isolierte Vorkommen in Schottland, dem französischen Zentralmassiv, in den Ostpyrenäen und einigen Gebirgen des Balkans. In Südeuropa gibt es keine Nachweise.

Deutschland:

Es liegen Fundmeldungen aus allen Bundesländern vor, Verbreitungsschwerpunkte sind jedoch das Norddeutsche Tiefland, das Östliche Mittelgebirge, die Südwestdeutsche Schichtstufenlandschaft sowie das Alpenvorland.

Schleswig-Holstein:

Die Fundorte befinden sich sowohl in der Geest als auch im Hügelland, vor allem in den nördlichen Landesteilen in einem breiten Streifen zwischen der dänischen Grenze und dem Nord-Ostsee-Kanal. Schwerpunkte mit individuenreichen Vorkommen liegen sowohl in der Oberen Treene-Niederung als auch in den Mooren in der Umgebung von Rendsburg.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein Jahr

Schlupfzeit in SH: Ende Mai bis Ende Juni

Flugzeit in SH: Anfang Mai bis Anfang August, Hauptflugzeit im Juni und Juli

Verhalten:

Die Paarung findet sowohl in der Uferzone als auch in den Nahrungsräumen, die sich angrenzend an die Entwicklungsgewässer befinden, statt.

Eiablage:

Die Eiablage wird in der Regel als Tandem durchgeführt, wobei beide Partner bis unter die Wasseroberfläche gehen können. Die Weibchen legen ihre Eier in vertikal wachsende Pflanzen, vor allem in untergetauchte Teile von Wasserpflanzen, in Mooren auch in Torfmoose. Weiterhin wird auch abgestorbene Vegetation zur Eiablage genutzt.

Imagines:

Besiedelt werden zum einen Gewässer in Hoch- und Übergangsmooren wie z.B. Torfstiche, zum anderen nährstoffarme Kleingewässer mit Flachwasserzone. Die Habitate sind durch eine lockere Ufervegetation aus Seggen und Binsen gekennzeichnet.

Larven:

Halten sich in den Flachwasserzonen der Entwicklungsgewässer zwischen den Wasserpflanzenbeständen auf.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011:  stark gefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: stark gefährdet

Gefährdungsursachen: Verlust von Pufferzonen und Bewirtschaftungswechsel (Maisanbau statt Grünland), in der Folge kommt es zu verstärkten Nährstoffeinträgen (dadurch beschleunigte Sukzession), außerdem das Fehlen von Pflegemaßnahmen, Fischbesatz sowie Grundwasserabsenkung.

Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. & SCHRÖTER, A. (Ed.) (2021): Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage)
  • LÖSING, U. (1988): Auswertung faunistisch-ökologischer Bestandsaufnahmen im NSG "Achmer Grasmoor" und der geplanten Erweiterungsfläche im Hinblick auf Pflege und Entwicklung. – Dipl.-Arbeit, Fachber. Landespflege der Univ.-GH Paderborn.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

Text: A. Bruens

Mond-Azurjungfer (Coenagrion lunulatum)

Größe:

Kleinlibelle mit einem eher kräftigeren Körperbau und einer Länge von 30 bis 33 mm.

Männchen:

Färbung grün-blau mit relativ ausgedehnter Schwarzfärbung. Das zweite Hinterleibssegment ist typischerweise gekennzeichnet durch eine schwarzer Zeichnung, die aus einem liegendem Halbmond und seitlichen Längsstrichen besteht. Diese Längsstriche können sehr kurz sein oder ganz fehlen. Die Segmente drei bis fünf sind überwiegend (mehr als 2/3), die Segmente sechs und sieben fast vollständig schwarz gefärbt.

Weibchen:

Die Weibchen weisen eine grün-braune, eine grün-braun-blaue und eine überwiegend blaue blaue Färbungsvariante auf. Auffällig ist das achte Hinterleibssegment, es ist, von oben gesehen, blau mit einer schwarzen Zeichnung in Form einer Pickelhaube. Der Hinterrand der Vorderbrust hat bei der Mond-Azurjungfer einen zweizipfeligen Mittellobus und flache, wenig hervorstechende Seitenloben.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 19 bis 25 mm. Eine Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten dieser Gattung ist schwierig. Das Prämentum der Fangmaske ist relativ breit. Die Schwanzanhänge sind am Ende abgerundet und nicht gestreift, es zeigt sich höchstens ein schwaches Band auf Höhe der Einschnürung in der Mitte. Der distale Rand ist verdickt, dies gilt allerdings auch für die Larven der Hauben- und der Speer-Azurjungfer.

Gesamtverbreitung:

Verbreitungsschwerpunkt ist Südsibirien, in Mitteleuropa ist die Art in den Niederlanden, Norddeutschland und Polen zu finden. In Skandinavien liegt die nördliche Arealgrenze in Finnland. Die Art fehlt südlich der Alpen.

Deutschland:

Der Verbreitungsschwerpunkt befindet sich im Norddeutschen Tiefland (Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, nördliches Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandeburg). Aus der Mitte und aus dem Süden Deutschlands liegen nur noch wenige Nachweise vor.

Schleswig-Holstein:

Individuenreiche Bestände finden sich vor allem in der nördlichen Geest im Bereich der Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde. Im ostlichen Hügelland sind vor allem größere Populationen in Ostholstein bekannt. Die weiter westlich festgestellten individuenstärkeren Vorkommen bei Vaale und Quickborn sind aktuell nicht betätigt.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein Jahr

Schlupfzeit in SH: stark synchronisiert Anfang Mai bis Anfang Juni

Flugzeit in SH: Anfang Mai bis Anfang Juli, Hauptflugzeit Mitte Mai bis Mitte Juni

Verhalten:

Die noch nicht ausgefärbten Tiere verteilen sich in der weiteren Umgebung der Entwicklungsgewässer (in bis zu 1 km Entfernung) Die geschlechtsreifen Männchen fliegen im Suchflug in einem etwa 2 m breiten Streifen vor der Vegetationsgrenze über der offenen Wasserfläche. Wenn sie sich absetzten, so geschieht dies an möglichst weit vom Ufer entfernten Halmen. Auch Tandems fliegen bevorzugt vor dem Vegetationssaum, so dass die Art leicht übersehen werden kann.

Eiablage:

Für die Eiablage werden verschiedene emerse und submerse Wasserpflanzen genutzt. Bei der Eiablage bleiben die Paare aneinandergekoppelt und steigen dabei oft gemeinsam unter die Wasseroberfläche.

Imagines:

An flachen, sonnenexponierten Kleingewässern mit randlich schütteren Kleinröhrichten und lockeren Schwimmblatt- oder Tauchblattpflanzenbeständen. Wichtig ist das Vorhandesein von offenem Wasser sowie ein geringer Bedeckungsgrad der Wasserobefläche auch innerhalb der Pflanzenbestände (keine dichte flutende Vegetation oder Algenmatten). Die Fortpflanzungsgewässer sind entweder nährstoffarm oder weisen die beschriebene Habitatstrukur auf.

Larven:

Die wärmeliebenden Larven halten sich in sonnenexponierten Flachwasserzonen zwischen den Wasserpflanzen auf.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: stark gefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: vom Aussterben bedroht

Gefährdungsursachen: Verlust von Pufferzonen und Bewirtschaftungswechsel (Maisanbau statt Grünland), in der Folge kommt es zu verstärkten Nährstoffeinträgen (dadurch beschleunigte Sukzession), außerdem das Fehlen von Pflegemaßnahmen sowie Auistrocknung von Gewässern.

Mond-Azurjungfer (Coenagrion lunulatum)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BAUMANN, K.; JÖDICKE, R.; KASTNER, F.; BORKENSTEIN, A.; BURKART, W.; QUANTE, U. & T. SPRENGLER (Ed.) (2021): Atlas der Libellen in Niedersachsen/Bremen. - Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Libellen in Niedersachsen und Bremen, Sonderband.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (Ed.) (2015): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. / SCHRÖTER, A. (Ed.) (2021): Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage)
  • SAMU, S. (1998): Zur Populations- und Verhaltensökologie von Coenagrion lunulatum (Charpentier) (Zygoptera: Coenagrionidae). – Libellula 17(3/4): 173-193.
  • SCHMIDT, E. (1964): Biologisch-ökologische Untersuchungen an Hochmoorlibellen (Odonata). - Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie 169(3/4): 313-386.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

Text und Foto: A. Bruens

Hauben-Azurjungfer (Coenagrion armatum)

Größe:

Es handelt sich um eine Kleinlibelle mit einer Gesamtlänge von ca. 30 bis 35 mm und einer Flügelspannweise von etwa 40 bis 50 mm.

Männchen:

Die Oberseite des Hinterleibs ist überwiegend schwarz. Lediglich die Basis (Segmente 1 bis 3) und das Ende des Hinterleibs (Segmente 8 und 9) besitzen eine blau-grüne Grundfärbung. Das zweite Segment zeigt darauf eine schwarze Zeichnung, die an eine Haube erinnern soll. Sehr auffällig sind die großen unteren Hinterleibsanhänge

Weibchen:

Die Oberseite des Hinterleibs ist wie beim Männchen überwiegend schwarz. Neben den Segmenten 1 bis 3 besitzt das Segment 8 eine blau-grüne Grundfärbung, die bei älteren Weibchen auch gelblich-braun und bei frisch geschlüpften Exemplaren bläulich-weiß ausfallen kann. Die schwarze Zeichnung auf dem 2. Segment ist mit dem Pik-Symbol von Kartenspielen vergleichbar.

Larve/Exuvie:

Die Larve ist schwer von den Arten anderer Azurjungfern zu unterscheiden. Sie erreicht eine Körperlänge von 19 bis 23 mm. Die Kiemenblätter sind rundlich und besitzen keine dunkle Bänderung. Ihr distaler Rand ist auffällig verdickt.

Gesamtverbreitung:

Nordische Art, deren Verbreitungsgebiet aktuell von den Niederlanden im Westen bis zur rus- sischen Halbinsel Kamtschatka im Osten reicht. Während sie in Teilen Skandinaviens noch weit verbreitet ist, existieren in Mitteleuropa vorwiegend räumlich isolierte Reliktvorkommen. In Südeuropa fehlt die Art.

Deutschland:

Aktuell ist die Hauben-Azurjungfer bundesweit nur aus Schleswig-Holstein bekannt. Frühere Meldungen liegen auch aus Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen vor.

Schleswig-Holstein:

Die Art wurde aktuell nur noch in den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg festge- stellt. Die Fundorte befinden sich dort in Moor- und Heidegebieten der Geest und den Endmorä- nenlagen des Östlichen Hügellands.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein Jahr, möglicherweise auch zwei Jahre

Schlupfzeit in SH: Ende April bis Mitte Mai

Flugzeit in SH: Ende April bis Mitte Juni

Verhalten:

Die Männchen sowie ein Großteil der Weibchen halten sich durchweg in der Uferzone der Gewässer auf, die sie auch während der Reifungsphase und in Schlechtwetterperioden nicht verlassen. Reviere werden von den Männchen nicht besetzt.

Eiablage:

Weibchen legen ihre Eier vorwiegend in abgestorbene, im Wasser treibende Pflanzenteile, zum Teil auch in lebende Wasserpflanzen.

Imagines:

Besiedelt werden mäßig nährstoffreiche Stillgewässer, die sich in erster Linie in abgetorften Hochmooren sowie in Heide- und Dünengebieten befinden. Die Libellen halten sich dort im Bereich von etwa knietiefen Flachwasserzonen auf, die von lückigen Binsen-, Seggen- oder Schilfbeständen eingenommen werden.

Larven:

Halten sich benfalls in Flachwasserzonen auf, wo ihnen vielfach dichte Wasserschlauchbestände Deckung gegenüber Fressfeinden bieten.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: vom Aussterben bedroht

Rote Liste Deutschland 2014: vom Aussterben bedroht

Gefährdungsursachen: Nährstoffeinträge (dadurch Verlust lückig bewachsener Uferzonen), Entwässerungsmaßnahmen (dadurch frühzeitiges Austrocknen der Gewässer)

Hauben-Azurjungfer (Coenagrion armatum)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BOUWMAN, J. & R. KETELAAR (2008): New records of Coenagrion armatum in Schleswig-Holstein (Odonata: Coenagrionidae). – Libellula 27(3/4): 185-190
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • KELM, H.-J. (1983): Neue Funde von Coenagrion armatum Charpentier 1840 in Schleswig-Holstein. – Drosera 83(1): 13-14.
  • SCHMIDT, E. G. (1978): Die Verbreitung der Kleinlibelle Coenagrion armatum Charpentier, 1840, in Nordwestdeutschland (Odonata: Coenagrionidae). – Drosera 78(2): 39-42.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt.– Quelle & Meyer, Wiebelsheim.
  • WINKLER, C.; H. NEUMANN & A. DREWS (2009): Verbreitung und Ökologie von Coenagrion armatum am südwestlichen Arealrand in Schleswig-Holstein (Odonata: Coenagrionidae). – Libellula 28(1/2): 1-24.

Text: C. Winkler, Foto: A. Bruen

Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella)

Größe:

Zierliche Kleinlibelle mit einer Länge von 33 bis 35 mm.

Männchen:

Färbung leuchtend blau mit wenig ausgedehnten schwarze Flecken auf dem Ende des dritten bis fünften Hinterleibssegments. An der Seite sind diese Flecken in langen dünnen Streifen nach vorn gezogen. Das schwarze Muster oben auf dem zweiten Hinterleibssegment erinnert in seiner typischen Form an ein Hufeisen.

Weibchen:

Die Weibchen weisen eine blaue und eine grüne Färbungsvariante auf, sind von oben gesehen fast ganz schwarz und am besten anhand der Form des Hinterrandes der Vorderbrust zu unterscheiden. Dieser ist bei der Hufeisen-Azurjungfer doppelt geschwungen.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 17 bis 21 mm. Ziemlich klein mit relativ langen, am Ende abgerundeten Schwanzanhängen, diese sind nicht gestreift, es zeigt sich höchstens ein schwaches Band auf Höhe der Einschnürung in der Mitte. Eine Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten dieser Gattung ist schwierig.

Gesamtverbreitung:

Besiedelt in Europa ein ausgedehntes Areal, fehlt nur in Schottland, Nordskandinavien, Südost- spanien und in Teilen Italiens.

Deutschland:

Weit verbreitet, vor allem im Tiefland. Sie zählt in allen Bundesländern zu den häufigsten Arten. Nachweislücken sind entweder auf Erfassungsdefizite oder das Fehlen geeigneter Gewässer zurückzuführen.

Schleswig-Holstein:

Bei uns im Land die zweithäufigste Libelle. Im Bereich der Geest und des Hügellandes dürfte die Art flächendeckend verbreitet sein, in der Marsch ist eine geringere Fundpunktdichte festzustel- len.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein Jahr

Schlupfzeit in SH: Ende Mai bis Ende Juli

Flugzeit in SH: Ende April bis Ende September, Hauptflugzeit im Juni und Juli

Verhalten:

Die reifen Männchen sitzen am Gewässerrand in der Vegetation und erwarten die Weibchen. Dabei kann es zu sehr hohen Dichten von bis zu 300 Indiv./100 m Uferlinie kommen. Agressives Verhalten der Männchen untereinander ist nicht zu beobachten, die Dichte wird über Sicht-kontakt reguliert. Ein Teil der Männchen wartet in Gewässernähe und nimmt eventuell frei werdende Plätze ein.

Eiablage:

Bei der Eiablage in schwimmende Pflanzenteile bleiben die Männchen angekoppelt, sie stehen mit angezogenen Beinen und gestrecktem Hinterleib auf den Weibchen. Dabei kommt es zu einer Ansammlung von mehreren Paaren auf engem Raum.

Imagines:

An stehenden Gewässern aller Art, auch an Fließgewässern mit geringer Strömungsgeschwindig- keit oder mit strömungsberuhigten Buchten. Optimal sind Gewässer mit einer reichen Wasser- und Ufervegetation, Windschutz und guter Sonnenexposition. Für die Eiablage ist das Vorhandensein schwimmender Wasserpflanzen erforderlich. Kann sich wahrscheinlich auch im Brackwasser fortpflanzen.

Larven:

Auf dem Gewässerboden oder zwischen Wasserpflanzen, in Fließgewässern in strömungsbe- ruhigten Bereich oder im Schutz dichter Pflanzenbestände.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: keine erkennbar

Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (2000): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2: Großlibellen (Anisoptera), Literatur. - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 712 pp.

Text und Foto: A. Bruens

Fledermaus-Azurjungfer (Coenagrion pulchellum)

Größe:

Zierliche Kleinlibelle mit einer Länge von 34 bis 38 mm.

Männchen:

Färbung blau mit ausgedehnter Schwarzfärbung am Ende des dritten bis fünften Hinterleibs- segments. An der Seite sind diese Flecken leicht nach vorn ausgezogen. Das schwarze Muster oben auf dem zweiten Hinterleibssegment erinnert in seiner typischen Form einem Y oder einer Fledermaus. Es besteht Verwechslungsgefahr mit der Hufeisen-Azurjungfer.

Weibchen:

Die Weibchen weisen eine blaue und eine grüne Färbungsvariante auf und sind relativ variabel in ihrer Zeichnung. Sie sind eindeutig oft nur anhand der Form des Hinterrandes der Vorderbrust zu unterscheiden. Dieser ist bei der Fledermaus-Azurjungfer an zwei Stellen deutlich eingebuchtet, so dass drei deutliche geschwungen Loben zu sehen sind.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 17 bis 20 mm. Ziemlich klein mit relativ langen, am Ende abgerundeten Schwanzanhängen, diese sind nicht gestreift, es zeigt sich höchstens ein dunkles Band auf Höhe der Einschnürung in der Mitte. Eine Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten dieser Gattung ist schwierig.

Gesamtverbreitung:

Von den Britischen Inseln bis nach Zentralasien (Altai-Gebirge). Die nördlichesten Vorkommen befinden sich in Schottland, Nordschweden und Finnland. Im Süden endet das Areal an den Pyrenäen und der nördlichen Mittelmeerküste.

Deutschland:

Verbreitungsschwerpunkt in der Norddeutschen Tiefebene, in Süddeutschland vor allem in den Tälern der großen Flüsse und im nördlichen Alpenvorland. Meidet die Mittelgebirge.

Schleswig-Holstein:

In allen Hauptnaturräumen verbreitet, allerdings weniger häufig als die nahe verwandte Hufeisen-Azurjungfer. Im Bereich der Geest und weiten Teilen des östlichen Hügellandes sowie in der Elbmarsch regelmäßig an geeigneten Gewässern. Deutlich seltener in der Seemarsch und in Angeln.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein Jahr

Schlupfzeit in SH: Ende April bis Ende Juni

Flugzeit in SH: Ende April bis Anfang September, Hauptflugzeit Ende Mai bis Anfang Juli

Verhalten:

Die reifen Männchen erwarten die Weibchen am Gewässerrand. Hier erfolgt auch die Paarung. Abseits der Gewässer bevorzugen die Tiere besonnte Bereich in lichten Waldbereichen oder windgeschützte Hecken/Gebüsche zum Jagen und Ruhen.

Eiablage:

Die Eiablage erfolgt in Begleitung des Männchens oder seltener allein in lebendem oder totem auf dem Wasser treibenden Pflanzenmaterial. Falls vorhanden, werden Schwimmblattpflanzen wie Teichrose, Seerose, Laichkraut oder Wasserknöterich bevorzugt.

Imagines:

Vor allem stehende Gewässer von Gräben über Weiher und Seen bis hin zu Moorgewässern. Die größeren Stillgewässer sind nährstoffreich und weisen eine gut ausgebildete, typische Zonierung mit Schwimmblattzone, Röhricht und Bruchwaldsaum auf. In den Gäben der Elbmarsch trotz meist intensiver Unterhaltung und Strukturarmut mit mehr Individuen vertreten als die Hufeisen-Azurjungfer. Auch an aufgestauen Moorregenerationsflächen in großer Dichte. Seltener in Fließgewässern, dort in strömungsberuhigten Bereichen.

Larven:

Innerhalb der Tauchblatt-, Schwimmblatt- oder Röhrichtzone an verfaulenden, auf dem Wasser schwimmenden Pflanzenteilen oder auf dem Detritus am Gewässergrund.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: eventuell Beschattung und Verlandung der Fortpflanzungsgewässer und Zerstörung der Uferzonierung an Seen durch Freizeitnutzung.

Fledermaus-Azurjungfer (Coenagrion pulchellum)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • BRUENS, A. (1990): Die Odonaten (Insecta) des Schilfgürtels vom Belauer See (Schleswig-Holstein) – Ein Beitrag zur Ökosystemforschung im Bereich der Bornhöveder Seenkette. – Diplomarbeit an der Christian-Albrechts-Universität Kiel: 102 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.

A. Bruens

Gemeine Bechjungfer (Enallagma cythigerum)

Größe:

Zierliche Kleinlibelle mit einer Länge von 29 bis 36 mm.

Männchen:

Färbung leuchtend blau mit wenig ausgedehnter Schwarzfärbung auf dem dritten bis fünften Hinterleibssegment. Auf den unteren Brustseiten haben die Tiere nur einen schmalen schwarzen Streifen. Dadurch ist die Gattung Becherjungfern von den Azurjungfern (Gattung Coenagrion) zu unterscheiden, die zwei dünne dunkle Striche aufweisen. Das schwarze Muster oben auf dem zweiten Hinterleibssegment erinnert in seiner typischen Form einem pokalförmigen Becher.

Weibchen:

Die Weibchen weisen eine blaue, eine grüne und eine bräunlich-rote Färbungsvariante auf. Die schwarze Zeichnung auf den Hinterleibssegmenten ist torpedoförmig. Für die untere Brustseitenzeichnung gilt das Gleiche wie bei den Männchen.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 20 bis 25 mm. Ziemlich klein mit am Ende abgerundeten Schwanzanhängen, diese weisen maximal drei dunkle, schmale Bänder auf. Von den andern Larven der Familie sicher nur durch weitere, erst bei starker Vergrößerung sichtbare Merkmale zu unterscheiden.

Gesamtverbreitung:

Besiedelt in Europa ein ausgedehntes Areal, fehlt nur in Süd- und Ostspanien, in weiten Teilen Griechenlands und auf vielen Mittelmeerinseln.

Deutschland:

Flächendeckend und in allen Höhenlagen verbreitet. Sie zählt in allen Bundesländern zu den häufigsten Arten. Nachweislücken sind entweder auf Erfassungsdefizite oder das Fehlen geeigneter Gewässer zurückzuführen.

Schleswig-Holstein:

Bei uns im Land eine häufige Libelle. Im Bereich der Geest und des größtes Teils des Hügellandes dürfte die Art fast überall verbreitet sein, auch auf den Nord- und Ostseeinseln ist sie aktuell zu finden. In der Marsch und in Angeln ist eine deutlich geringere Fundpunktdichte festzustellen.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein Jahr

Schlupfzeit in SH: Ende April bis Ende Juli

Flugzeit in SH: Ende April bis Ende September, Hauptflugzeit im Juni, Juli und August.

Verhalten:

Die reifen Männchen sitzen am Gewässerrand oder im Flachwasser an senkrecht stehenden Stängeln oder Halmen, halten den Hinterleib fast horizontal und erwarten die Weibchen. Dabei kann es zu Dichten von bis zu 100 Indiv./100 m Uferlinie kommen. Die Weibchen suchen die Gewässer nur zur Fortpflanzung auf und werden oft schon vor dem Erreichen des Ufera von den Männchen ergriffen. Nach der Kopulation fliegen die Paar weiter aneinandergekoppelt auf die Wasserfläche hinaus und sucht zur Eiablage nach Pflanzen, die mindestens etwas aus dem Wasser herausragen.

Eiablage:

Bei der Eiablage in schwimmende Pflanzenteile bleiben die Männchen angekoppelt. Geht das Weibchen bei der Eiablage unter Wasser, so löst sich das Männchen vorher und fliegt fort. Die Weibchen drehen sich daraufhin um und steigen kopfüber ins Wasser. Sie können dabei bis zu 90 Minuten unter Wasser bleiben.

Imagines:

An stehenden Gewässern aller Art, auch an langsam fließenden Gewässer mit strömungsberuhigten Buchten. Optimal sind Kleingewässer (auch Dünengewässer), Seen mit Verlandungszone, Abbaugewässer, Torfstiche und großflächige Moorregenerationsgewässer. Für die Eiablage ist das Vorhandensein größerer freier Wasserflächen, untergetauchter aber bis an die Oberfläche ragender Wasserpflanzen und mindestens lückiger Röhrichte oder ein Binsensaum erforderlich. Die Fortpflanzung im Brackwasser wurde nachgewiesen.

Larven:

Auf dem Gewässerboden oder zwischen Wasserpflanzen, in Fließgewässern in strömungsbe- ruhigten Bereichen im Schutz dichter Pflanzenbestände.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: keine erkennbar

Gemeine Bechjungfer (Enallagma cythigerum)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuijes von Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1. - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.

Kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio)

Größe:

Mit knapp 3 cm Körperlänge eine der kleinsten heimischen Libellen.

Männchen:

Sehr kurzes, zweifarbiges schwarz-weißes Flügelmal. Kopf, Brust und Hinterleib sind, von oben gesehen, überwiegend schwarz, nur das letzte Drittel des 8. Hinterleibssegments und das 9. Hinterleibssegment leuchtet blau. Bei uns eigentlich nur mit der Großen Pechlibelle zu verwechseln, bei der jedoch lediglich das 8. Hinterleibssegment blau gefärbt ist.

Weibchen:

Zweifarbiges schwarzes Flügelmal wie bei den Männchen. Die Weibchen sind in den ersten Tagen nach dem Schlupf orange, später grün oder (seltener) blau gefärbt.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 15 bis 19 mm. Schwanzanhänge am Ende zugespitzt und nicht gebändert. Längenunterschied zwischen der Dornenreihe auf der Oberkante der Schwanzanhänge und der auf der Unterseite ist variabel. Generell sind die Larve/Exuvien der Schlanklibellen schwer voneinander zu unterscheiden, Verwechslungsgefahr besteht bei dieser Art insbesondere mit der Großen Pechlibelle, der Gemeinen Becherjungfer, der Hufeisen- und der Fledermaus-Azurjungfer.

Gesamtverbreitung:

Von den Azoren und Madeira im Westen bis in die Mongolei im Osten. In Europa weit verbreitet, fehlt nur auf Korsika, Sardinien, in weiten Teilen Griechenlands und Skandinavien. Auf den Britischen Inseln im Süden Englands und in Irland nachgewiesen.

Deutschland:

In allen Bundesländern nachgewiesen, aber nur sehr zerstreut verbreitet.

Schleswig-Holstein:

Vor allem im Bereich der Geest und des Östlichen Hügellands, dort vereinzelt und mit einer geringen Anzahl an Fundpunkten. Außerdem in Dünengewässern der Nordfriesischen Inseln.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein Jahr, ev. Entwicklung eine zweite Generation im Sommer

Schlupfzeit in SH: Anfang Mai bis Ende Juli

Flugzeit in SH: Anfang Mai bis Ende September, Hauptflugzeit von Juni bis August

Verhalten:

Die reifen Männchen nutzen aus dem Wasser ragende Pflanzenteile als Sitzwarten. Die Weibchen fliegen auf der Suche nach Eiablageplätzen innerhalb der Vegetation dicht über dem Wasser.

Eiablage:

Weibchen legen die Eier ohne Begleitung des Männchens vor allem in aufrecht stehende Stängel und Halme, gelegentlich auch in Wurzelballen oder ins Wasser hängende Teile von Uferpflanzen bzw. in schwimmende Halme oder Blätter.

Imagines:

Typische Pionierart neu angelegter Tümpel und Teiche, in der Regel flache, sonnenexponierte Kleingewässer mit wenig Bewuchs (z.B. aus niedrigwüchsigen Binsen), kann aber auch an vegetationsreicheren Gewässern vorkommen.

Larven:

In vegetationsarmen Gewässern am Gewässergrund, in Algenwatten oder an ins Wasser hängenden Uferpflanzen, bei Vorhandensein auch zwischen den Wasserpflanzen. Kann sich auch in Brackwasser entwickeln.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: Vorwarnliste

Rote Liste Deutschland 2014: Vorwarnliste

Gefährdungsursachen: Nährstoffeintrag in die Fortpflanzungsgewässer, Zunahme der Gewässervegetation und der Beschattung, Austrockung der Entwicklungsgewässer aufgrund von Klimawandel

Kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • LANGE, L. (2003): Die Kleine Pechlibelle Ischnura pumilio (Charpentier, 1825) und die Speer-Azurjungfer Coenagrion hastulatum (Charpentier, 1825) – zwei für die Marschen des Kreises Steinburg seltene Libellenarten. – Bombus 3 (55-57): 217 - 218.
  • RIVERA, A. C. & J. A. A. ABAD (1999): Lifetime mating success, survivorship and synchronized reproduction in the damselfly Ischnura pumilio (Odonata: Coenagrionidae). – International Journal of Odonatology 2 (1): 105 - 114.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 468 pp.

Große Pechlibelle (Ischnura elegans)

Größe:

Zierliche Kleinlibelle mit einer Länge von 30 bis 34 mm.

Männchen:

Sehr kurzes, zweifarbiges schwarz-weißes Flügelmal. Kopf, Brust und Hinterleib sind, von oben gesehen, überwiegend schwarz, nur das 8. Hinterleibssegment leuchtet blau. Bei uns eigentlich nur mit der etwas kleineren Kleinen Pechlibelle zu verwechseln, bei der jedoch das 8. Hinter- leibssegment nur im letzten Drittel und dazu das 9. Hinterleibssegment blau gefärbt ist.

Weibchen:

Zweifarbiges schwarzes Flügelmal wie bei den Männchen. Es existieren 5 verschiedenen, genetisch bedingten Farbvariationen, zwei bei unausgefärbten und drei bei geschlechtsreifen Tieren:

  • Die Jugendform "violacea" weist einen violetten oder grünen Thorax, eine schwarze Antehumeralbinde und ein blaues 8. Abdominalsegment auf. Daraus entwickelt sich entweder
    • die Altersform "typica", die wie die Männchen gefärbt ist, oder
    • die Form "infuscans", die einen olivgrünen Thorax und ein grünbraunes bis fast schwarzes 8. Abdominalsegment aufweist.
  • Die Jugendform "rufescens" ist durch einen rosa bis orange gefärbten Thorax ohne Antehumeralstreifen und ein blaues achtes Abdominalsegment gekennzeichnet. Diese färbt sich mit der Geschlechtsreife in die Farbvariante "infuscans-obsoleta" mit einem hellbraunen, rosa oder orangefarbenen (selten schmutziggrünen) Thorax und einem braunen bis fast schwarzen 8. Abdominalsegment um.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 18 bis 21 mm. Schwanzanhänge am Ende zugespitzt und nicht gebändert. Die Dornenreihe auf der Unterseite ist deutlich kürzer als die auf der Oberseite. Generell sind die Larve/Exuvien der Schlanklibellen schwer voneinander zu unterscheiden, Verwechslungsgefahr besteht bei dieser Art insbesondere mit der Kleinen Pechlibelle, der Gemeinen Becherjungfer, der Hufeisen- und der Fledermaus-Azurjungfer.

Gesamtverbreitung:

Paläarktisch von Europa bis Japan, fehlt nur im nördlichen Skandinavien, auf dem größten Teil der Iberischen Halbinsel und in Sardinien.

Deutschland:

In allen Bundensländern weit verbreitet und überall eine der häufigsten, wenn nicht die häufigste Art, sowohl im Flachland als auch in den höheren Lagen bis etwa 1.100 m ü. NN. Nachweise erfolgen an den Fundorten meist mit individuenstarken, i. d. R. bodenständigen Populationen.

Schleswig-Holstein:

Bei uns im Land die häufigste Libelle. Im Bereich der Geest und des Hügellandes dürfte die Art flächendeckend verbreitet sein, in der Marsch und in Angeln ist eine etwas geringere Fundpunkt- dichte festzustellen, die aber wahrscheinlich auf Erfassungsdefizite zurückzuführen ist.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein Jahr

Schlupfzeit in SH: Ende April bis Ende Juli

Flugzeit in SH: Ende April bis Ende September (einzelne Tiere gelegentlich auch noch im Oktober), Hauptflugzeit Mitte Mai bis Mitte August

Verhalten:

Die Tiere entfernen sich auch während der Reifeperiode in der Regel nicht weit vom Gewässer. Die paarungsbereiten Männchen erwarten die Weibchen in der Ufer- und Flachwasservegetation, bilden aber keine Reviere. Das Paarungsrad wird sehr schnell nach Ergreifen des Weibchens gebildet, die Paarungsdauer ist mit 3 bis 4 Stunden relativ lang.

Die Art fliegt auch noch bei relativ kühlen (trüb-regnerischen) Wetter und im Tagesverlauf früher bzw. später als andere Kleinlibellen.

Eiablage:

Erfolgt in der Regel am späten Nachmittag und ohne die Begleitung des Männchens in der Röhrichtzone oder unmittelbar davor in auf dem Wasser treibende, abgestorbene Halme oder Blätter, seltener in Teile von lebenden Pflanzen.

Imagines:

An stehenden Gewässern aller Art, auch an Fließgewässern mit geringer Strömungsgeschwindig- keit oder mit strömungsberuhigten Buchten, Mooren und Brackwasser. Meidet lediglich schnell fließende Bachabschnitte, sehr stark beschattete Gewässer oder extrem saure Moore. Erreicht teilweise hohe Individuendichten an intensiv genutzten, nährstoffreichen und strukturarmen Gewässern wie Angelteichen oder Entwässerungsgräben und ist dort dann oft fast die einzige häufige Art, auch wenn bei hohem Fischbesatz möglicherweise keine Larvalentwicklung möglich ist.

Larven:

innerhalb untergetauchten Wasserpflanzen und zwischen Röhrichtpflanzen, nicht selten auch auf dem Gewässergrund.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: keine erkennbar

Große Pechlibelle (Ischnura elegans)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuijes von Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • BRUENS, A. (1990): Die Odonaten (Insecta) des Schilfgürtels vom Belauer See (Schleswig-Holstein) – Ein Beitrag zur Ökosystemforschung im Bereich der Bornhöveder Seenkette. – Diplomarbeit an der Christian-Albrechts-Universität Kiel: 102 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Kleinlibellen (Zygoptera). - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.
  • Webseite der British Dragofly Socitey, Beschreibung der Großen Pechlibelle (englisch), abgerufen am 20.02.2016: http://www.british-dragonflies.org.uk/species/blue-tailed-damselfly

Text und Foto: A. Bruen

Zarte Rubinjungfer (Ceriagrion tenellum)

Größe:

Eine sehr zarte Kleinlibelle mit einer Länge von 25 bis 35 mm.

Männchen:

Die Grundfärbung ist hellrot, Beine und Flügelmal sind rötlich bis hell rotbraun (im Gegensatz zur Frühen Adonislibelle). Auf den Brustseiten sind die Antehumeralstreifen reduziert oder fehlen.

Weibchen:

Die Weibchen sind ebenfalls rot mit rötlichen Beinen und Flügelmal. Es existieren jedoch mehrere Farbformen mit unterschiedlich ausgedehnter dunkler Färbung, wobei die dunkelste Form kaum noch rote Farbe aufweist und daher leicht mit einer Binsenjungfer verwechselt werden kann.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 15 bis 19 mm, insgesamt relativ klein. Prämentum der Fangmaske mit zwei großen Borsten. Die Schwanzanhänge sind kurz und breit, am Ende leicht zugespitzt und weisen randlich vor allem im distalen Teil Flecken und keine Randborsten auf.

Gesamtverbreitung:

Atlanto-mediterran, besiedelt in Europa die Iberische Halbinsel, Frankreich, die Schweiz, die Benelux-Länder bis Norddeutschland, Italien und einen schmalen Streifen an der östlichen Adriaküste entlang bis nach Nordgriechenland. Weiterhin findet man sie im Süden Großbritanniens, auf Kreta, Korsika, Sardinien und den Balearen.

Deutschland:

Es existieren in Deutschland zwei voneinander getrennte Areale. Das größere liegt in Nordwestdeutschland (vor allem in Niedersachsen und im westlichen Nordrhein-Westfalen, zusätzlich sind einzelne Fundpunkte in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg bekannt). Hier hat die Art im Zuge des Klimawandels in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ein weiterer, sehr kleiner Vorkommensschwerpunkt befindet sich am Bodensee (als Ausläufer einer Schweizer Population).

Schleswig-Holstein:

Bisher vor kurzem im äußersten Südosten des Landes aufgetreten. Seit zwei Jahren auch in der Nähe von Lentförden festgestellt.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein Jahr im Süden, zwei Jahre im Norden des Verbreitungsgebietes

Schlupfzeit in SH: Ende Mai bis Ende Juli

Flugzeit in SH: Ende Mai bis Ende August

Verhalten:

Unausgefärbte Individuen sind relativ mobil und haben wahrscheinlich einen großen Aktionsradius. Ausgefärbte Individuen am Fortpflanzungsgewässer erscheinen jedoch eher flugfaul. Sie ruhen meist in der gewässernahen Vegetation oder fliegen flach über schwimmenden Torfmoosbeständen, so dass sie leicht übersehen werden können.

Eiablage:

Die Eiablage wird im Tandem vollzogen., als Ablagesubstrat werden vor allem schwimmende Torfmoose und Wasserschlauch, weniger häufig auch Sauergräser oder Grünlagenwatten genutzt.

Imagines:

Die in Schleswig-Holstein bekannten Populationen besiedeln kleine bis mittelgroße Moorgewässer mit einer schwimmenden Torfmoosdecke. Im westlichen Niedersachsen hat sich die Art in den letzten Jahren stark ausgebreitet und es sind inzwischen alle nicht austrocknenden Gewässer in renaturierten Mooren besiedelt. Es sollte daher auch bei uns im Land in wiedervernässten Mooren und an alten Torfstichen gezielt auf diese Art geachtet werden.

Larven:

Die Larven leben zwischen Pflanzenteilen, Grobdetritus oder Torfmoosen.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: extrem selten

Rote Liste Deutschland 2014: Vorwarnliste

Gefährdungsursachen: keine erkennbar

Zarte Rubinjungfer (Ceriagrion tenellum)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BAUMANN, K.; JÖDICKE, R.; KASTNER, F.; BORKENSTEIN, A.; BURKART, W.; QUANTE, U. & T. SPRENGLER (Ed.) (2021): Atlas der Libellen in Niedersachsen/Bremen. - Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Libellen in Niedersachsen und Bremen, Sonderband.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuijes von Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (ED.) (2015): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. / SCHRÖTER, A. (Ed.) (2021): Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage)
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (1999): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 1. - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

Größe:

Relativ große Art mit 67 bis 76 mm Körperlänge.

Männchen:

Grundfarbe brau bis schwarz mit breiten hellgrünen Streifen auf der Brust. Hinterleib mit blauen und grünen Flecken. Oben auf der Vorderbrust zwei große ovale grüne Flecken.

Weibchen:

Grundfarbe brau bis schwarz mit breiten hellgrünen Streifen auf der Brust. Hinterleib mit grünen Flecken. Oben auf der Vorderbrust zwei große ovale grüne Flecken.

Larve/Exuvie:

Länge der letzten Larvenstadien/Exuvie 34 bis 48 mm. Groß und schlank, Fangmaske mit auffallend langem Prämentum. Augen rund, Hinterrand stark eingebuchtet. Seitendornen an den Hinterleibssegmenten sechs bis neun, die an Segment sechs kleiner, aber deutlich sichtbar, die an Segment neun höchstens halb so lang wie Segment zehn. Oberer Hinterleibsanhang der Analpyramide halb so lang wie die unteren beiden. Eiablageapparat der Weibchen überragt Segmentende.

Gesamtverbreitung:

In ihrer Verbreitung fast ausschließlich auf Europa beschränkt, erreicht ostwärts Ural und Kaukasus. Sie fehlt in Nordskandinavien, in Teilen Schottlands, Italiens und des Balkans. Zerstreut in Griechenland und der Nordtürkei, nur einzelne Funde in Nordafrika.

Deutschland:

Flächendeckend in fast ganz Deutschland, in den waldreichen Regionen, an gehölzgesäumten Stillgewässern und auch in städtisch/dörflich geprägten Bereichen häufig. Verbreitungslücken wie im Nordosten gehen ev. auf Kartierungsdefizite zurück.

Schleswig-Holstein:

Bei uns liegen Nachweise aus allen Landesteilen vor, lediglich in der Marsch, Angeln und Schwansen sowie in Teilen Ostholsteins seltener.

Überwinterung (1. Winter): als Ei

Dauer Larvalentwicklung: ein bis zwei Jahre

Schlupfzeit in SH: Mitte Juni bis Mitte August

Flugzeit in SH: Ende Mai bis Anfang November, Hauptflugzeit Juli bis September

Verhalten:

Imagines jagen gerne abseits von Gewässern in halbschattigen Bereichen auf Lichtungen oder entlang von Waldwegen, an Waldrändern oder im Bereich von Knicks oder Hecken.
Die patrouillierenden Männchen bilden an den Gewässern in ihrem Aktivitätsbereich zeitlich begrenzt Reviere aus, die sie im Flug überwachen. Dabei wechseln sie sich immer wieder einander ab. Die Verweildauer pro Gewässer nimmt mit zunehmender Männchendichte ab.

Eiablage:

Die Weichen legen die Eier ohne Begleitung durch das Männchen in den feuchten Boden, in Moos, faulendes Holz oder verrottende Pflanzenteile im Uferbereich nahe der Wasserlinie.

Imagines:

Bevorzugt kleine Stillgewässer, auch künstlich angelegte Gewässer in städtisch oder dörflich geprägter Umgebung werden besiedelt. Sogar aufgelassene Jauchegruben, Regentonnen oder wassergefüllte Radspuren werden zur Eiablage genutzt, was auf eine schnelle Besiedlung neu entstandener Gewässer hindeutet (Pionierart). Optimal sind sumpfige, vegetationsarme bis -freie Waldgewässer.

Larven:

Halten sich am Gewässergrund oder in der Vegetation der Fortpflanzungsgewässer auf.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: Keine erkennbaren.

Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 S.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuijes von Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (Ed.) (2015): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14.
  • KAISER, H. (1974a): Verhaltensgefüge und Temporialverhalten der Libelle Aeshna cyanea (Odonata). – Zeitschrift für Tierpsychologie 34, 398-429.
  • KAISER, H. (1974b): Die Regelung der Individuendichte bei Libellenmännchen (Aeshna cyanea, Odonata). Eine Analyse mit systemtheoretischem Ansatz. – Oecologia 14, 53-74.
  • KAISER, H. (1974c): Die tägliche Paarungsbereitschaft in Abhängigkeit von der Populationsdichte bei den Männchen der Libelle Aeshna cyanea (Odonata). – Oecologia 14, 375-387.
  • PETERS, G. (2006): Die Edelibellen Europas. – Neue Brehm-Bücherei Bd. 585; VerlagsKG Wolf, Magdeburg.

Grüne Mosaikjungfer (Aeshna viridis)

Größe:

Relativ große Art mit 65 bis 75 mm Körperlänge.

Männchen:

Augen blau-grün. Brustseite seitlich grün mit dünnen dunklen Nahtstreifen und breiten grünen Antehumeralstreifen. Hinterleib mosaikartig hellblau-schwarz gefärbt. Dunkles Muster auf dem zweiten Segment in Form von zwei liegenden, nach außen geöffneten U.

Weibchen:

Augen grün-gelb. Brustseite seitlich grün mit dünnen dunklen Nahtstreifen und breiten grünen Antehumeralstreifen. Hinterleib mosaikartig grün-braun gefärbt. Dunkles Muster auf dem zweiten Segment in Form von einem „Doppelschirm“.

 

Larve/Exuvie:

Länge der letzten Larvenstadien/Exuvien 35 bis 46 mm. Größere und breite Larve, Fangmaske mit kurzem Prämentum. Augen rund, Hinterrand eingebuchtet. Seitendornen an den Hinterleibssegmenten sechs bis neun, der an Segment sechs relativ kurz, aber deutlich erkennbar, an Segment neun halb so lang wie an Segment zehn. Oberer Hinterleibsanhang der Analpyramide höchstens halb so lang wie die unteren beiden. Eiablageapparat der Weibchen lang, erreicht fast das Segmentende.

Gesamtverbreitung:

Man findet die Art in einem schmalen Streifen vom westlichen Mitteleuropa bis nach Sibirien mit Nachweisen in den Niederlanden, Norddeutschland, Dänemark, Südschweden, Südfinnland, nördliches Polen, Estland, Lettland, Litauen, Belarus, Nordukraine und Russland. Außerhalb dieses Gebietes liegen inselartige Vorkommen in Ungarn, Slowenien und Kroatien.

Deutschland:

Begrenzt auf das Norddeutsche Tiefland, dort konzentrieren sich die Nachweise auf Flussauen, Seenlandschaften und Marschgebiete.

Schleswig-Holstein:

Bei uns zum einen in den Geestrandsenken im Übergang zur Marsch häufig, zum anderen im gewässerreichen östlichen Hügelland stellenweise verbreitet.

Überwinterung (1. Winter): als Ei

Dauer Larvalentwicklung: ein bis zwei Jahre

Schlupfzeit in SH: Anfang Juni bis Ende Juli

Flugzeit in SH: Mitte Juni bis Ende September, Hauptflugzeit Anfang Juli bis Ende August

Verhalten:

Imagines fliegen sowohl in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang als auch in der späten Abenddämmerung. Tagsüber patrouillieren die Männchen über den Krebsscherenbeständen der Fortpflanzungsgewässern. Paarungen werden dabei nur selten beobachtet, sie finden wahrscheinlich überwiegend morgens noch vor Sonnenaufgang statt.

Eiablage:

Die Weichen legen die Eier ohne Begleitung in Krebsscherenpflanzen, nur ausnahmsweise wurde die Eiablage in andere Pflanzen wie Torfmoose, Igelkolben, Schachtelhalm oder Rohrkolben beobachtet. 

Imagines:

Die Grüne Mosaikjungfer nutzt ein breites Spektrum an Gewässern, wie langsam fließende Bäche, Gräben, Kleingewässer, Weiher, Seen, aber auch Moore, technische Gewässer und Abbaugruben. Voraussetzung ist das Vorhandensein eines ausreichend großen Krebsscherenbestands, da die Weibchen ihre Eier fast ausschließlich in diese Pflanzen ablegen.

Larven:

Halten sich in den Blattrosetten der Krebsscherenpflanzen auf, wo sie gut geschützt gegenüber Fressfeinden sind.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: stark gefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: stark gefährdet

Gefährdungsursachen: Rückgang der Krebsscherenbestände durch absichtliches Entfernen, unsachgemäße Gewässerunterhaltung, Änderung der Nährstoffverhältnisse und Bisamfraß.

Grüne Mosaikjungfer (Aeshna viridis)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. - Natur + Text, Rangsdorf, 544 S. 
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist. 
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (Ed.) (2015): Atlas der Libellen Deutschlands. - Libellula Supplement 14. 
  • DIJKSTRA, K.-D. B. / SCHRÖTER, A. (Ed.) (2021): Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage) 
  • PETERS, G. (2006): Die Edelibellen Europas. -  Neue Brehm-Bücherei Bd. 585; VerlagsKG Wolf, Magdeburg. 
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

Große Königslibelle (Anax imperator)

Größe:

Mit 66 bis 84 mm Körperlänge eine der größten heimischen Arten.

Männchen:

Auugen oben blau, unten grün. Brust und erstes Hinterleibssegment grün mit dünnen Nähten ohne schwarze Zeichnung. Hinterleibssegmente drei bis zehn leuchtend blau (bei niedrigen Temperaturen grün-grau verfärbt), mit durchgehender, dunkel gezackter Zeichnung auf der Oberseite.

Weibchen:

Augen oben grün, unten hell gelblich. Brust und erstes Hinterleibssegment wie bei den Männchen gefärbt. Hinterleib grün bis blau, ebenfalls oberseits mit durchgehender, dunkel gezackter Zeichnung.

Larve/Exuvie:

Länge des letzen Larvenstadium 45 bis 59 mm. Augen oval mit leicht eingebuchtetem Hinterrand. Prämentum der Fangmaske lang und im oberen Drittel halsförmig eingeschnürt. Labialpalpus an der Spitze eckig. Eiablageapparat der Weibchen relativ lang und schmal.

Gesamtverbreitung:

Eine weit verbreitete Art, Areal erstreckt sich vom Südwesten Irlands und der Iberischen Halbinsel über Mitteleuropa bis zum Ural, Kasachstan, Pakistan, Afghanistan, Nordindien, Jordanien, Irak und Iran. Die Verbreitung in Nord-Süd-Richtung reicht von Südschweden bis nach Südafrika. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Verbreitungsgebiet, wahrscheinlich bedingt durch den Klimawandel, deutlich nach Norden ausgedehnt.

Deutschland:

Flächendeckend in fast ganz Deutschland, meidet nur sehr hohe Lagen der Alpen und des Schwarzwalds. Verbreitungslücken gehen ev. auf Kartierungsdefizite zurück.

Schleswig-Holstein:

Bei uns im Land liegen Nachweise aus allen Landesteilen vor, lediglich in den Seemarschen Nordfrieslands und Dithmarschens sowie in Angeln und Schwansen ist die Große Königslibelle seltener.

Überwinterung (1. Winter): als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein bis zwei Jahre

Schlupfzeit in SH: Mitte Mai bis Anfang Juli

Flugzeit in SH: Mitte Mai bis Mitte September, Hauptflugzeit von Juni bis Mitte August

Verhalten:

Der Schlupf erfolgt in der Regel nachts, kann aber bei ungünstigen Bedigungen bis zum Mittag dauern. Die geschlechtsreifen Männchen patrouillieren ganztägig bei größeren Gewässern entlang der Uferlinie oder über der Gewässervegetation, bei kleineren Gewässern nutzen sie die gesamte Gewässerfläche. Sie reagieren agressiv gegenüber Artgenossen, aber auch anderen Großlibellen. Als ausdauernde Flieger setzen sie sich nur selten ab. Die Paarung erfolgt meist abseits vom Gewässer in Sträuchern oder weit oben in Bäumen.

Eiablage:

Die Weibchen legen die Eier ohne Begleitung durch das Männchen meist in waagerechter Position in Schwimm- und Tauchblattpflanzen, seltener nutzen sie tote Pflanzenreste.

Imagines:

Besiedeln ein weites Spektrum an stehenden und langsam fließenden Gewässern wie Gräben, Bäche, Flüsse, Kleingewässer, Teiche, Weiher, Kiesgruben- und Moorgewässer. Voraussetzung ist das Vorhandensein einer gut ausgebildeten Gewässervegetation sowie einer freien Wasserfläche.

Larven:

Jüngere Larven halten sich nahe der Wasseroberfläche an lebenden Pflanzen oder scheimmendem Totholz auf. Spätere Stadien suchen tiefe Zonen auf, wo sie sich an Pflanzenstängeln festhalten oder auf dem Boden sitzen.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: Keine erkennbaren.

Große Königslibelle (Anax imperator)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. - Natur + Text, Rangsdorf, 544 S.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuijes von Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (Ed.) (2015): Atlas der Libellen Deutschlands. - Libellula Supplement 14.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. / SCHRÖTER, A. (Ed.) (2021): Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage)
  • PETERS, G. (2006): Die Edelibellen Europas. -  Neue Brehm-Bücherei Bd. 585; VerlagsKG Wolf, Magdeburg.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

Text und Foto: A. Bruens

Früher Schilfjäger (Brachytron pratense)

Größe:

Mit 54 bis 63 mm Körperlänge relativ kleiner Vertreter der Familie.

Männchen:

Brust und Hinterleibsansatz stark behaart. Brustseiten grün-gelb mit zwei von oben nach unten durchgehenden dunklen Streifen und einer Querverbindung. Hinterleib mit blau-schwarzer Mosaikzeichnung, oben auf dem ersten Hinterleibssegment mit charakteristischem rundem grün-blauem Fleck.

Weibchen:

Brust und erste Hinterleibssegmente stark behaart. Brustseiten braun-gelb mit zwei von oben nach unten durchgehenden dunklen Streifen und Querverbindung. Hinterleib mit grüngelblich-schwarzer Mosaikzeichnung, oben auf dem ersten Hinterleibssegment mit charakteristischem rundem gelbem Fleck.

Larve/Exuvie:

Länge der letzten Larvenstadien/Exuvie 35 bis 40 mm. Eindeutig sind die kleinen, rund hervorstechenden Augen, die sich im hinteren Teil lappenartig fortsetzen (was aber nicht immer gut zu erkennen ist). Prämentum der Fangmaske kurz mit einem schmalen Labialpalpus.

Gesamtverbreitung:

In ihrer Verbreitung fast ausschließlich auf Europa beschränkt, erreicht ostwärts den Ural und das Kaspische Meer. Im Norden erreicht die Art Irland, Süd-Schottland, Süd-Skandinavien und den Nordwesten Russlands. Im Süden liegt die Verbreitungsgrenze im Norden der Iberischen Halbinsel, streift Sardinien, Italien und Griechenland und endet im Nordwesten des Iran.

Deutschland:

Schwerpunkte der Verbreitung sind die Norddeutsche Tiefebene, die Niederungen an Elbe, Weser, Rhein und Donau sowie das Alpenvorland. Verbreitungslücken sind vor allem in den Mittelgebirgen festzustellen.

Schleswig-Holstein:

Die Art wurde in allen Hauptnaturräumen nachgewiesen, der Schwerpunkt der Verbreitung liegt im Hügelland südlich des Nord-Ostsee-Kanals mit hoher Fundspunktdichte im Westenseegebiet, der Holsteinischen Schweiz, an den Bornhöveder Seen, im Raum Segeberg und östlich des Elbe-Lübeck-Kanals. Aufgrund der kurzen Flugzeit, des unauffälligen Verhaltens und einer meist geringen Individuendichte wird die Art leicht übersehen und damit die Verbreitung möglicherweise unterschätzt.

Überwinterung (1. Winter): als Larve

Dauer Larvalentwicklung: (ein) zwei bis drei Jahre

Schlupfzeit in SH: stark synchronisiert von Anfang Mai bis Anfang Juni

Flugzeit in SH: Ende April bis Anfang Juli, Hauptflugzeit von Mitte Mai bis Mitte Juni

Verhalten: Die Männchen patroullieren in niedriger Höhe über der Wasserfläche vor dem Röhrichtsaum.  Sie zeigen dabei ein deutliches Revierverhalten und verjagen andere Großlibellen. Gelegentlich fliegen sie bei der Suche nach Weibchen auch in die Schilffelder hinein, dies wird dann durch ein Knistern hörbar, wenn die Flügelenden die Halme berühren.

Eiablage:

Die Weibchen legen die Eier ohne Begleitung des Männchens bevorzugt in schwimmende abgestorbene Stängel von Schilf und Rohrkolben, seltener in lebende Pflanzenteile.

Imagines:

Bevorzugen größere stehende oder langsam fließende Gewässer mit gut ausgebildeter Verlandungszone, insbesondere großflächige artenreiche Röhrichte oder Großseggenbestände werden gerne besiedelt. Es werden aber auch kleinere Gewässer genutzt, wenn entsprechende Strukturen vorhanden sind und in der Umgebung individuenreiche Populationen vorhanden sind. In Polen wurde auch die Entwicklung in Brackwasserröhrichten mit einem Salzgehalt von bis zu 0,46 % nachgewiesen.

Larven:

Leben im Flachwasser an Wurzeln von Wasserpflanzen oder Ufergehölz sowie unter schwimmenden oder am Boden liegenden Pflanzenresten.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: Freizeitaktivitäten an Seen, intensive Unterhaltung von Fließgewässern.

Früher Schilfjäger (Brachytron pratense)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. - Natur + Text, Rangsdorf, 544 S. 
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist. 
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (Ed.) (2015): Atlas der Libellen Deutschlands. - Libellula Supplement 14. 
  • DIJKSTRA, K.-D. B. / SCHRÖTER, A. (Ed.) (2021): Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern. (überarbeitete Neuauflage) 
  • MIELEWCZYK, S. (1970): Odonata und Heteroptera aus dem Naturschutzgebiet Ptasi Raj bei Gedansk mit Besonderer Berücksichtigung des Brackwassersees. — Fragmenta Faunistica 15(19): 343-363.
  • PETERS, G. (2006): Die Edelibellen Europas. -  Neue Brehm-Bücherei Bd. 585; VerlagsKG Wolf, Magdeburg. 
  • THOMES, A. (1985): Ökologische Beobachtungen an den Libellen (Odonata, Insecta) des Unteren Schierenseebaches (Naturpark Westensee, Schleswig-Holstein). — Diplomarbeit aus dem Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität Kiel.
  • WILDERMUTH. H. & A. MARTENS (2019): Die Libellen Europas. Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt. – Quelle & Meyer, Wiebelsheim.

Asiatische Keiljungfer (Gomphus flavipes)

Größe:

Mit 50 bis 55 mm Länge und über 7 cm Flügelspannweite etwas größer als die anderen Keiljungfern.

Männchen:

Grundfarbe schwarz-gelb. Von der Gemeinen Keiljungfer durch die gelb gestreiften Beine zu unterscheiden. Im Gegensatz zu allen anderen Arten der Gattung sind die beiden gelben Ovale oben auf der Vorderbrust komplett durch schwarze Streifen begrenzt. Hinterleibsende deutlich verbreitert, Augen blau.

Weibchen:

Wie die Männchen gezeichnet, jedoch ohne verbreitertes Hinterleibsende, Augen blass grün.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 31 bis 35 mm. Antennen dick und kurz mit maximal 4 Segmenten, die dem Kopf oft ein zugespitzes Aussehen verleihen. Hinterleib ohne Dorsaldornen (Merkmal aller Arten dieser Gattung), aber mit einem auffallend langen und schmalen 9. Segment. Hinterleibssegmente 6 bis 9 mit Seitendornen. Tibien des mittleren Beinpaares ohne Sporn.

Gesamtverbreitung:

Vor allem Osteuropa bis Asien, wobei sich in Mitteleuropa die westliche Arealgrenze befindet.

Deutschland:

In Deutschland bis Anfang des letzten Jahrhunderts an allen größeren Flüssen zu finden. Danach war ein starker Rückgang zu verzeichnen und die Art wurde nur noch an der Oder, Spree und Havel nachgewiesen. Seit den 1990er Jahren ist wieder eine Arealausdehnung zu beobachten, so dass aktuell Oder, Elbe, Weser und Rhein über längere Strecken besiedelt sind. Darüber hinaus ist die Art an der Spree, Havel, Mulde, Saale, Mosel und unteren Aller bodenständig.

Schleswig-Holstein:

An der Elbe oberhalb von Geesthacht. Danaben Einzelnachweis eines Tieres an der Westküste im Bereich Katinger Watt.

Überwinterung: als Ei oder Larve

Dauer Larvalentwicklung: drei bis vier Jahre

Schlupfzeit in SH: gemäß bisherigen Exuvienfunden Juli bis August

Flugzeit in SH: wahrscheinlich Juli bis September

Verhalten:

Die Tiere jagen über Wiesenflächen oder im Windschatten von Bäumen in Gewässernähe.

Eiablage:

Eiablage erfolgt durch die Weibchen allein und im Flug durch kurzes Antippen des Ende des Hinterleibs auf der Wasseroberfläche.

Imagines:

Eine Charakterart der großen Stöme und Tieflandflüsse. Bei uns bilden aufgrund der Begradigung und Vertiefung der Elbe zur Nutzung als Schifffahrtsweg die Zwischenbuhnenfelder die wichtigsten Lebensräume der Larven. Auch im tidebeeinflussten Bereich wurde die Entwicklung belegt, aber bisher noch nicht unter Brackwasserbedingungen nachgewiesen.

Larven:

In strömungsberuhigten Buchten, Mündungen von Altarmen, Strömungsschatten von Sand- bänken, Zwischenbuhnenfeldern. Die Tiere vergraben sich in feinsandigen Bereichen mit einer Auflage oder Beimischung von Detritus.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: extrem selten

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: Gewässerausbau, mangelnde Wasserqualität, zunehmender Schiffsver- kehr, Erholungsnutzung.

Asiatische Keiljungfer (Gomphus flavipes)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • MÜLLER, J. (1997): Gomphus (Stylurus) flavipes (Charpentier) in der Elbe von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie in der Weser bei Bremen (Anisoptera: Gomphidae). – Libellula 16 (3/4): 169-180.
  • MÜLLER, O. (1995): Ökologische Untersuchungen an Gomphiden (Odonata: Gomphidae) unter besonderer Berücksichtigung ihrer Larvenstadien. – Cuvillier Verlag, Göttingen.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (2000): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2: Großlibellen (Anisoptera), Literatur. - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 712 pp.
  • SUHLING, F. & O. MÜLLER (1996): Die Flussjungfern Europas. – Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 628. Westarp-Wissenschaften, Magdeburg und Spektrum, Heidelberg.

A. Bruens

Gemeine Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus)

Größe:

Bis zu 5 cm lang und mit einer Flügelspannweite von 6,5 bis 7 cm.

Männchen:

Grundfarbe nach dem Schlupf schwarz-gelb bzw. ausgefärbt schwarz-grünlich. Von den anderen Keiljungfern im Gebiet durch die komplett schwarzen Beine und den fehlenden hellen Längsstreifen auf den Hinterleibssegmenten 8 bis 10 zu unterscheiden. Augen blau-grün.

Weibchen:

Wie die Männchen gezeichnet, bleiben jedoch schwarz-gelb. Augen blasser.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 24 bis 33 mm. Breiteste Larve/Exuvie der Gattung. Antennen dick und kurz mit maximal 4 Segmenten, die dem Kopf oft ein zugespitzes Aussehen verleihen. Hinterleib ohne Dorsaldornen (Merkmal aller Arten dieser Gattung), Seitendornen an den Hinterleibssegmenten 6 bis 9, 9. Segement nicht auffällig verlängert. Tibien des mittleren Beinpaares mit einem Sporn.

Gesamtverbreitung:

Von der französischen Altlantikküste und Großbritannien bis zum Ural. Nach Norden bis Mittel-finnland, nach Süden bis zur Mittelmeerküste, Norditalien und Nordgriechenland.

Deutschland:

Eine Flachlandart, die in Deutschland lückig verbreitet ist. Meidet vor allem die Höhelage der Mittelgebirge und Alpen sowie die Küstenregionen. Eine geschlossene Verbreitung ist nur entlang vieler Flüsse sowie in Seenlandschaften zu erkennen.

Schleswig-Holstein:

Im Östlichen Hügelland südlich des Nord-Ostsee-Kanals, vor allem im Westenseegebiet, in der Holsteinischen Schweiz und im Hellbachtal. Außerdem lokal an der Treene verbreitet.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: zwei bis drei Jahre

Schlupfzeit in SH: kurzer, stark synchronisierter Schlupf im Mai

Flugzeit in SH: Ende April bis Anfang Juli, Hauptflugzeit Mitte Mai bis Mitte Juni

Verhalten:

Geschlüpfte Tiere halten sich auch nach der Reifeperiode gern im Bereich der Röhrichte und Stauden entlang der Gewässer auf oder jagen/ruhen im Bereich nahegelegener Waldlichtungen. Am Gewässer besetzen die Männchen wenig exponierte, besonnte Sitzwarten dicht am Wasser, von dort aus starten sie gelegentlich zu Patrouillienflügen. Die Weibchen kommen nur zu Eiablage ans Gewässer. Die Paarung wird im Flug eingeleitet und in den Uferbäumen oder in den angrenzenden Wiesen sitzend beendet.

Eiablage:

Eiablage erfolgt durch die Weibchen allein und im Flug durch kurzes Eintauchen des Ende des Hinterleibs ins Wasser. Dabei werden kleine, erbsengroße, bräunliche Eiballen ins Wasser abgelegt, die kurz vorher, in der Vegetation sitzend, herausgepresst wurden.

Imagines:

Mittelgroße, offene bis beschattete, naturnahe Fließgewässer und Brandungsufer von Seen, kann sich auch in stärker belasteten Seen und in Kanälen (z.B. Elbe-Lübeck-Kanal) entwickeln. Entscheidender Faktor scheint die Substratbeschaffenheit (Fehlen von Wasserpflanzen) zu sein.

Larven:

Leben eingegraben im Substrat (Sand/Sand-Detritus Gemisch), das nach Beutetieren durchsucht wird.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: vom Aussterben bedroht

Rote Liste Deutschland 2014: Vorwarnliste

Gefährdungsursachen: Begradigung von Fließgewässern, Intensive Unterhaltung, Instabilität von (Sand-)Substraten, Freizeitnutzung an Seen.

Gemeine Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ADOMSSENT, M. (1996): Zum Vorkommen der Gemeinen Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus) an einer norddeutschen Wasserstraße. – Artenschutzreport 6: 37-40.
  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • MÜLLER, O. (1995): Ökologische Untersuchungen an Gomphiden (Odonata: Gomphidae) unter besonderer Berücksichtigung ihrer Larvenstadien. – Cuvillier Verlag, Göttingen.
  • SCHMIDT, E. G. (1971): Ökologische Analyse der Odonatenfauna eines ostholsteinischen Wiesenbaches. – Faun.-ökol. Mitt. 4: 48-65
  • SCHMIDT, E. G. (1984): Gomphus vulgatissimus L. an einem belasteten Havelsee, dem Tegeler See (Insel Scharfenberg) in Berlin (West). – Libellula 3: 35-51.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (2000): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2: Großlibellen (Anisoptera), Literatur. - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 712 pp.
  • SUHLING, F. & O. MÜLLER (1996): Die Flussjungfern Europas. – Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 628. Westarp-Wissenschaften, Magdeburg und Spektrum, Heidelberg.
  • THOMES, A. (1985): Ökologische Beobachtungen an den Libellen (Odonata, Insecta) des Unteren Schierenseebaches (Naturpark Westensee, Schleswig-Holstein). – Diplomarbeit an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, 112 pp.

Text und Foto: A. Bruens

Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltonii)

Größe:

Mit einer Länge von etwa 8 cm und einer Flügelspannweite von bis zu 10 cm eine der größten heimischen Libellen.

Männchen:

Körper durchgehend schwarz, Brust und Hinterleib mit unregelmäßig breiten gelben Querstreifen, je zwei Streifen pro Hinterleibssegment. Augen auffällig grün.

Weibchen:

Etwas größer als die Männchen, aber vergleichbar gefärbt. Mit langem Legeborer, der den Hinter- leib erkennbar überragt, aber bei älteren Tieren aufgrund der Abnutzung nicht mehr auffällt.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 35 bis 47 mm. Fangmaske mit charakteristischen, unregelmäßigen Zähnen. Seitendornen an den Segmenten 8 und 9. Larven oft mit Schlamm verkrustet, der sich in der kräftigen Behaarung verfängt.

Gesamtverbreitung:

Europa von der Altantikküste bis zum westlichen Russland, erreicht nach Norden Nordschweden und Finnland, nach Süden Mittelitalien und Nordmarokko. Besiedelt auch weite Teile Groß- britanniens.

Deutschland:

In Deutschland vor allen in den Mittelgebirgen, im südlichen Alpenvorland und in der Lüneburger Heide. Verbreitungslücken im Norddeutschen Tiefland, Thüringer Becken, Schwäbische Alp und im nördlichen Alpenvorland. 

Schleswig-Holstein:

In der Geest nördlich Itzehoe, im Aukrug und im Sachsenwald lokal verbreitet. Im Hügelland nur Einzelnachweise.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: 4 bis 5 Jahre

Schlupfzeit in SH: Juni

Flugzeit in SH: Mitte Juni bis Mitte August

Verhalten:

Jagen zusammen mit anderen Großlibellen über Waldwegen und Lichtungen. Männchen patroullieren über größeren Bächen und reagieren agressiv auf Rivalen. Die Weibchen scheinen zur Eiablage andere Gewässer zu nutzen als die Bäche, an denen sich die Männchen aufhalten, da die Larven nur in kleineren quellnäheren Bereichen bis etwa 1 m Gewässerbreite gefunden wurden.

Eiablage:

Weibchen legen die Eier ohne Begleitung des Männchens, indem sie die Eier ins Gewässer- sediment einstechen. Dadurch nutzt sich mit der Zeit ihr Legeapparat stark ab.

Imagines:

Naturnahe, von menschlichen Einflüssen weitgehend unbeeinflusste größere Waldbereiche mit kleinen unbegradigten Bächen, die überwiegend sandig-schlammiges Substrat mit größeren Totholz- und Laubanteilen aufweisen.

Larven:

Passive Lauerjäger, leben eingegraben im Sand oder in Ansammlungen organischen Fein- materials. Man findet sie in kleinen, naturnahen, ungestörten und unbelasteten Bachoberläufen im Wald. Sie können die teilweise oder vollständige Austrocknung ihrer Aufwuchsgewässer bis zu 57 Tage in Resttümpeln oder im feuchten Schlamm vergraben überdauern.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: vom Aussterben bedroht

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: Zunehmende sommerliche Austrocknung kleiner Bachoberläufe infolge des Klimawandels. Nährstoffeintrag durch Fischteichanlagen in Quellnähe.

Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltonii)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 S.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • HOLM, U. (2012): Kartierung möglicher Siedlungsgewässer für die Larven der gestreiften Quelljungfer (Cordulegaster boltonii) in Schleswig-Holstein 2012. – Unveröff. Gutachten im Auftrag des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Flintbek.
  • SCHWAHN, J.; J. LIETZ; A. DREWS & C.-J. OTTO (2012): Distribution of Cordulegaster boltonii (Odonata: Cordulegastridae) in Schleswig-Holstein/Germany. – Lauterbornia 74, Dinkelscherben: 57-61.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (2000): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2: Großlibellen (Anisoptera), Literatur. - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 712 pp.

Falkenlibelle (Cordulia aenea)

Größe:

Mit einer Gesamtlänge von 47 bis 55 mm gedrungener als die anderen Arten der Familie.

Männchen:

Metallisch grüne bis kupferfarbene Grundfärbung. Hinterleib des Männchens im letzten Drittel stark verbreitert. Stirn grün ohne Gelbanteile. Brust stark behaart.

Weibchen:

Wie das Männchen mit metallisch grünem Körper, jedoch röhrenförmiger Hinterleib ohne auffallend abstehende Legeröhre.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 21 bis 26 mm. Körper mit breitem, abgeflachten Hinterleib. Fangmaske korbförmig; flach und regelmäßig gezahnt. Beine auffallend lang. Rückendornen schwach entwickelt.

Gesamtverbreitung:

Eurosibirische Art, die in Frankreich und Großbritannien ihre Westgrenze erreicht. Nach Osten bis Kamschatka und Japan verbreitet. Die nördliche Tundrenregion und weite Teile des Mittel- meerraumes werden gemieden.

Deutschland:

In Deutschland sehr weit verbreitet und in allen Bundesländern nachgewiesen. Lokale Verbrei- tungslücken beruhen teilweise auf Erfassungdefiziten. Im Tiefland häufiger als im Gebirge anzu- treffen.

Schleswig-Holstein:

Auf der Geest und in Teilen des Östlichen Hügellandes weit verbreitet, fehlt weitgehend in der Marsch und auf den nordfriesischen Inseln. Vor allem in moor- und gewässerreichen Gebieten zu finden.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: zwei bis drei Jahre

Schlupfzeit in SH: Mai

Flugzeit in SH: Ende April bis Anfang Juli, einzelne Tiere noch im August

Verhalten:

Die Männchen fliegen patrouillierend entlang der Uferlinie, bleiben immer wieder kurz rüttelnd in der Luft stehen oder fliegen nach einer schnellen Wendung in die entgegengesetzte Richtung . Zwischen konkurrierende Männchen kommt es zu Luftkämpfen. Im Gegensatz dazu such die Weibchen die Fortpflanzungsgewässer nur zur Paarung und Eiablage auf.

Eiablage:

Erfolgt allein und im Flug, dabei werden kleine Klumpen von Eiern unter wippenden Bewegungen ins Wasser geworfen.

Gesamtverbreitung:

Eurosibirische Art, die in Frankreich und Großbritannien ihre Westgrenze erreicht. Nach Osten bis Kamschatka und Japan verbreitet. Die nördliche Tundrenregion und weite Teile des Mittel- meerraumes werden gemieden.

Deutschland:

In Deutschland sehr weit verbreitet und in allen Bundesländern nachgewiesen. Lokale Verbrei- tungslücken beruhen teilweise auf Erfassungdefiziten. Im Tiefland häufiger als im Gebirge anzu- treffen.

Schleswig-Holstein:

Auf der Geest und in Teilen des Östlichen Hügellandes weit verbreitet, fehlt weitgehend in der Marsch und auf den nordfriesischen Inseln. Vor allem in moor- und gewässerreichen Gebieten zu finden.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: Ev. Nährstoffeinträge, Verlandung der Fortpflanzungsgewässer.

Falkenlibelle (Cordulia aenea)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuijes von Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • WILDERMUTH, H. (2008): Die Falkenlibellen Europas. – Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 653. Westarp-Wissenschaften, Magdeburg.

A. Bruens

Vierfleck (Libellula quadrimaculata)

Größe:

Relativ kleine Großlibelle, etwa 40 bis 48 mm lang.

Männchen:

Kräftige Segellibelle mit schwarz-brauner Körperzeichnung. Der braune, zum Ende hin schwarze Hinterleib ist leicht abgeflacht. Namensgebend sind die bräunlichen Flügelverfärbungen am Flügelmal und in der Mitte des Flügelvorderandes am sogenannten Nodus. Sind diese Flecken sehr ausgedehnt, nennt man diese Abweichung von der typischen Färbung ab. praenubila.

Weibchen:

Beide Geschlechter gleichen sich in ihrer Färbung. Allerdings sind die Hinterleibsanhänge der Weibchen kürzer als die der Männchen.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 21 bis 27 mm. Körper mit breitem, abgeflachten Hinterleib. Fangmaske korbförmig; flach und regelmäßig gezahnt. Gut entwickelte Rückendornen bis Hinterleibsegment 8, Segment 9 ohne Rückendorn.

Gesamtverbreitung:

Holarktisch in Europa, Nordasien  und Nordamerika. Fehlt in Nordskandinavien und im Nördlichen Russland. Im Süden bis zur Iberischen Halbinsel, französischen Mittelmeerküste, Mittelitalien und Nordbalkan bis zur nördlichen Schwarzmeerküste. Lokal in Marokko, Südportugal, nördlichem Griechenland und südöstlichen Anatolien.

Deutschland:

Fast flächendeckend sowohl im Flach- als auch im Hügel- und Bergland bis über 1.000 m auf. Gebiete ohne Nachweise sind wahrscheinlich auf Erhebungslücken zurückzuführen.

Schleswig-Holstein:

Weit verbreitet und in allen Hauptnaturräumen zu beobachten. Verbreitungslücken in Teilen der Marsch und Angel sind mindestens teilweise auf Erfassungsdefizite zurückzuführen.

Von Helgoland wurden Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts Massen-  ankünfte von Millionen von Tieren beschrieben.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein bis zwei Jahre

Schlupfzeit in SH: Ende April bis Ende Juni

Flugzeit in SH: Hauptflugzeit Anfang Mai bis Ende Juli, einzelne Tiere noch bis Mitte September

Verhalten:

Die Männchen sind territorial und nutzen hervorstehende Pflanzenteile am Gewässerrand als Sitzwarten, von denen aus sie ihr Revier verteidigen. Andere Männchen warten im Hintergrund darauf, dass der Revierinhaber sich gerade entfernt hat oder abgelenkt ist, wenn ein Weibchen in sein Territorium kommt. Die Paarung findet im Flug statt und dauert nur einige Sekunden.

Vom Vierfleck sind große Massenwanderungen bekannt, vergleichbar denen der Wanderheu- schrecke. So soll der größte über Deutschland dokumentierte Schwarm im Mai 1862 bei Wuppertal Elberfeld schätzungsweise 2,4 Milliarden Tieren umfasst haben.

Eiablage:

Weibchen legen im Revier des begattenden Männchens die Eier in pflanzenreichen Flachwasserbereiche, indem sie ihr Hinterleibsende in schnellem Rhythmus auf die Wasserobefläche tippen.

Imagines:

Nutzen ein breites Spektrum stehender Gewässer von Kleingewässern und Mooorschlenken bis hin zu großen Seen. Die Tiere benötigen dabei ausreichend Vegetation am Ufer, um dort Sitzwarten einzunehmen. Besonders im Mooren werden hohe Individuenzahlen erreicht.

Larven:

Im Flachwasser der Fortpflanzungsgewässer auf dem Boden, zwischen abgestorbene Pflanzenteilen oder innerhalb der Wasserpflanzen.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: Bei sehr starker Nutzung der Gewässer oder naturferne Ausprägung z.B. durch hohen Fischbesatz oder große Wasservogeldichte wird die Art deutlich zurückgedrängt.

Vierfleck (Libellula quadrimaculata)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
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Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • CORNELIUS, C. (1863): Ein Libellenzug bei Elberfeld. – Zschr. f. d. ges. Naturwiss. 21: 208-210.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • GÄTHKE, H. (1891): Die Vogelwarte Helgoland. – Braunschweig, 654 pp.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (2000): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2: Großlibellen (Anisoptera), Literatur. - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 712 pp.

Spitzenfleck (Libellula fulva)

Größe:

Relativ kleine Großlibelle, die etwa 42 bis 45 mm lang wird und eine Flügelspannweite von 64 bis 78 mm erreicht.

Männchen:

Junge Männchen sind fast komplett orange gefärbt, bis auf einen dunklen Längstreifen auf dem leicht abgeflachten Hinterleib. Die reifen Männchen sind gekennzeichnet durch einen blau bereiften Hinterleib, der zum Ende hin schwarz wird, und blau-graue Augen. Gesicht und Brust sind schwarz. Die namesgebenden dunklen Flügelspitzen sind nicht immer deutlich ausgeprägt. Ein weiteres Merkmal ist die dunkle Hinterflügelbasis. Bei älteren Männchen ist die blaue Bereifung teilweise durch Kratzspuren verwischt, die bei der Kopulation durch die Krallen der Weibchen entstehen, die sich am Hinterleib festhalten.

Weibchen:

Junge Weibchen gleichen zunächst den unausgefärbten Männchen. Mit zunehmendem Alter verliert sich jedoch die orange Farbe und der Körper einschließlich der Augen wird immer brauner. Die dunklen Flügelspitzen sind häufig bei den Weibchen stärker ausgeprägt als bei den Männchen.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 20 bis 25 mm. Körper mit breitem, abgeflachten Hinterleib. Fangmaske korbförmig; flach und regelmäßig gezahnt. Gut entwickelte Rückendornen bis einschließlich Hinterleibsegment 9.

Gesamtverbreitung:

Der Spitzenfleck kommt schwerpunktmäßig in Süd-, Mitteleuropa und Osteuropa bis zum Kaukasus vor. Teilweise sind die Vorkommen allerdings sehr inselhaft bzw. größere Areale sind nicht besiedelt.

Deutschland:

Die Art weist in Deutschland drei Verbreitungsschwerpunkte auf. Der erste ist das Norddeutsche Tiefand östlich der Elbe vom Ostrand Schleswig-Holsteins über Mecklenburg-Vorpommern bis nach Brandenburg. Der zweite befindet sich in Südwest-Deutschland in der Oberrheinebene vom Main und Saarland bis nach Freiburg und setzt sich im Alpenvorland und in der Donauniederung fort. Der dritte Schwerpunkt liegt im Niederrheinischen Tiefland und der Kölner Bucht. In allen anderen Regionen ist die Art sehr selten und höchstens lokal nachzuweisen.

Schleswig-Holstein:

Bei uns ist die Art vor allem im östlichen Hügelland südlich des Nordostseekanals bodenständig. Dabei erstrecken sich die Hauptvorkommen vom Westenseegebiet bis in die Holsteinische Schweiz sowie von Lübeck bis ins Hellbachtal. In der Geest gibt es bisher nur Einzelbeobachtungen. In der Marsch und auf den Inseln wurde der Spitzenfleck bisher noch nicht nachgewiesen.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein bis zwei Jahre

Schlupfzeit in SH: Ende Mai bis Mitte Juni, stark synchronisiert

Flugzeit in SH: Hauptflugzeit Ende Mai bis Anfang Juli, einzelne Tiere sind noch bis Mitte August zu beobachten

Verhalten:

Die Männchen sind territorial und besetzen am wasserseitigen Röhrichtrand Reviere, in denen sie regemäßig zur Suche nach Weibchen oder zur Abwehr anderer Männchen patrouillieren. Die Paarung beginnt im Flug und wird in der Vegetation sitzend abgeschlossen, sie dauert mindestens 10 bis 15 Minuten.

Eiablage:

Die Weibchen legen die Eier in der Nähe von Wasserpflanzen ins freie Wasser, indem sie mit wippenden Bewegungen mit dem Hinterleib regelmäßig auf die Wasseroberfläche tippen. Häufig werden sie dabei vom Männchen begleitet, diese sind jedoch nicht angekoppelt.

Imagines:

Die Art besiedelt Seen und Fließgewässer überwiegend in der kalkreichen Jungmoränenlandschaft Schleswig-Holsteins. Dabei werden klimatisch wärmere Gebiete im Südosten des Landes anscheinend bevorzugt. Wichtig ist ferner eine gut ausgebildete Vegetationszonierung (insbesondere strukturreiche Röhrichte), Vorhandensein besonnter Uferabschnitte und ein höherer Waldanteil in der Umgebung.

Larven:

Im Flachwasser der Fortpflanzungsgewässer in pflanzenreichen, strömungsarmen und eher schlammigen Gewässerbereichen.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: Vorwarnliste

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: in Fließgewässern durch zu intensive Gewässerunterhaltung, in Seen durch übermäßige Freizeitnutzung mit Vertritt der Ufer- und Flachwasservegetation.

Spitzenfleck (Libellula fulva)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (2000): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2: Großlibellen (Anisoptera), Literatur. - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 712 pp.

Plattbauch (Libellula depressa)

Größe:

Eine robust wirkende Großlibelle, etwa 39 bis 48 mm lang, Flügelspannweite 2 bis 38 mm.

Männchen:

Vorderkörper und Augen der Männchen sind braun gefärbt. Der Hinterleib ist stark abgeplattet und zunächst gelb, später blau bereift mit seitlich gelben Flecken. Die Basis der Vorder- und Hinterflügel ist auffällig breit dunkel gefärbt, die Flügelspitzen ungefärbt.

Weibchen:

Die Weibchen sind braun, der ebenfalls abgeplattete Hinterleib entwickelt sich von gelb, über beige zu braun mit seitlich gelben Flecken. Auf den ersten Blick wirken sie im Flug manchmal wie eine überdimensionierte Hornissenkönigin. Die Basis der Vorder- und Hinterflügel ist auffällig breit dunkel gefärbt, die Flügelspitzen ungefärbt.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 21 bis 26 mm. Körper mit breitem, abgeflachten Hinterleib. Fangmaske korbförmig; tief und regelmäßig gezahnt. Schwach entwickelte Rückendornen bis Hinterleibsegment 8, Segment 9 ohne Rückendorn.

Gesamtverbreitung:

Das Areal umfasst fast ganz Europa und reicht bis Zentralasien. Auf den Britischen Inseln nur im Süden, ebenso wird auch nur der Südteil Skandinaviens besiedelt. Sie fehlt auch im äußersten Süden von Spanien und Italien.

Deutschland:

Im Westen und Süden flächendeckend, im Osten nur zerstreut. Tritt sowohl im Flach- als auch im Hügel- und Bergland bis etwa 1.000 m auf. Gebiete ohne Nachweise sind wahrscheinlich auf Erhebungslücken zurückzuführen.

Schleswig-Holstein:

Weit verbreitete Art, die in allen Hauptnaturräumen und auch auf den Inseln zu beobachten ist. Auf Helgoland regelmäßig einwandernd. Verbreitungslücken in Teilen der Marsch und Angel sind mindestens teilweise auf Erfassungsdefizite zurückzuführen.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: ein bis zwei Jahre

Schlupfzeit in SH: Ende April bis Ende Juni

Flugzeit in SH: Hauptflugzeit Anfang Mai bis Ende Juli, einzelne Tiere noch bis Anfang September

Verhalten:

Die erwachsenen Tiere sind gute Flieger und streifen weit um her. Nur ein geringer Teil der Population verbleibt am Schlupfgewässer. Damit ist gewährleistet, dass neu entstandene Gewässer als Idealhabitat schnell gefunden und besiedelt werden können. Die Imagines lassen sich gerne auf einzeln stehenden Ästen oder Halmen nieder, von denen aus sie das Gewässer gut überblicken können. Nach einer Paarung werden sie territorrial und besetzen für ein bis zwei Tage ein Revier im Umkreis ihrer Lieblingssitzwarte. Findet das Männchen in diesem Zeitraum keinen weiteren Paarungspartner, zieht es weiter. Weibchen findet man oft abseits von Gewässern an sonnenexponierten Wald- oder Knickränder, wo sie jagen. Um das Jahr 1900 wurden auch bei dieser Art Wanderzüge registriert, die aber nicht die Größe und die Individuenzahlen des Vierflecks erreichten.

Eiablage:

Die Paarung dauert nur kurz (maximal 1 Minute) und erfolgt normalerweise in der Luft. Dann trennen sich die Paare wieder und das Weibchen legt die Eier, teilweise bewacht vom Männchen, im wippenden Flug frei in sonnenexponierten Flachwasserzonen ab. Dabei wird die Hinterleibsspitze ins Wasser getaucht und die Eier abgestreift oder die Eier werden dicht über der Wasseroberfläche abgeworfen.

Imagines:

Bevorzugen kleine, sonnenexponierte vegetationsfreie oder pflanzenarme Gewässer wie Tümpel und Kleingewässer, aber auch Weiher, technische Gewässer werden nicht gemieden. Der Plattbauch ist ein typischer Erstbesiedler neu angelegter Gewässer, wo bereits im ersten Jahr nach der Anlage Eiablagen zu beobachten sind, aber verschwindet in der Regel mit zunehmendem Bewuchs nach einigen Jahren wieder.

Larven:

Die Larven leben im Flachwasser der Fortpflanzungsgewässer auf dem Boden zwischen Schlamm, Laub oder Detritus. Sie können sowohl zeitweises Austrocknen der Fortpflanzungewässer im Sommer als auch Durchfrieren im Winter bei starken Frösten überdauern. Bei langer Trockenheit fallen sie in eine Art Trockenstarre. Sie können auch das austrocknende Gewässer verlassen und in der Umgebung nach wasserführenden Gewässern suchen. Dieses Verhalten wurde überwiegend bei feuchter Witterung und während der Nacht beobachtet.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: Durch die natürliche Sukzession verlieren neu angelegte Gewässer nach einigen Jahren ihren Wert für diese Art. In der heutigen Landschaft entstehen neue Gewässer jedoch nicht mehr von selbst. Der Plattbauch ist daher auf die Aktivität des Menschen bezüglich der Schaffung neue Gewässer oder der Pflege bestehender Gewässer angewiesen.

Plattbauch (Libellula depressa)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (2000): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2: Großlibellen (Anisoptera), Literatur. - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 712 pp.

Großer Blaupfeil (Orthetrum cancellatum)

Größe:

Relativ kleine Großlibelle, etwa 44 bis 50 mm lang.

Männchen:

Vorderkörper braun, Hinterleib leicht abgeplattet, blau bereift, die letzten Segmente sind dunkel gefärbt. Keine Flecken auf der Basis der Vorder- und Hinterflügel, dadurch eindeutig vom Platt- bauch und Spitzenfleck zu unterscheiden. Anhand des schwarzen Flügelmals von den anderen Arten der Gattung abzugrenzen.  

Weibchen:

Vorderkörper gelbbraun, Hinterleib leicht abgeplattet, gelbbraun mit schwarzem Strickleitermuster auf der Oberseite. Im Alter werden die Weibchen dunkler und können sogar eine Bereifung wie die Männchen entwickeln.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien 19 bis 29 mm. Körper mit breiterem, abgeflachten Hinterleib. Fangmaske korbförmig; flach und regelmäßig gezahnt. Gut entwickelter Rückendorn auf Hinter- leibssegment 5, Segmente 8 und 9 mit Seitendornen.

Gesamtverbreitung:

Von den Großbritannien und der europäischen Atlantikküste im Westen bis in die Mongolei im Osten. Die südlichsten Vorkommen befinden sich in Nordafrika und Israel, die nördlichsten in Südskandinavien.

Deutschland:

Nahezu flächendeckend, die wenige Verbreitungslücken dürfte überwiegend nicht auf Erfassungsdefizite, sondern auf den Mangel geeigneter Gewässer oder zu große Höhe zurückzuführen sein.

Schleswig-Holstein:

In allen Hauptnaturräumen, am häufigsten im Östlichen Hügelland südlich des Nord-Ostsee-Kanals und in der Umgebung von Hamburg. Es sind teilweise Erfassungsdefizite zu vermuten, da die Art auch an intensiv genutzten Gewässen zu beobachten ist und Brackwasser toleriert.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: zwei bis drei Jahre

Schlupfzeit in SH: Anfang Mai bis Anfang Juli

Flugzeit in SH: Anfang Mai bis Ende September, Hauptflugzeit im Juni und Juli

Verhalten:

Die Männchen sitzt bevorzugt an offenen Uferstellen sonnenexponiert auf dem Boden, auf Steinen oder relativ weit unten an Pflanzenstängeln. Von dort aus starten sie zu Patrouillenflüge in geringer Höhe über der Wasseroberfläche. Die ins Revier kommenden Weibchen werden zunächst im Flug ergriffen, die Paarung wird danach auf dem Boden oder in der Vegetation fortgesetzt.

Eiablage:

Das Weibchen fliegt allein über der Wasseroberfläche und tippt mit dem Hinterleibsende kurz die Wasseroberfläche an. Dabei werden die Eier ins Wasser abgegeben.

Imagines:

Bevorzugen größere Gewässern mit offener, wenig beschatteter, nicht zu stark bewachsener Flachwasserzone oder unbewachsenen, schlammigen Uferabschnitten, besiedelt aber auch neu angelegte Kleingewässer, sofern sie nicht regelmäßig austrocknen. Seltener in Fließgewässern oder Mooren. Die Art kann sich auch in Brackwasser fortpflanzen.

Larven:

Larven halten sich zeitweise eingegraben am Gewässergrund auf. Sie tarnen sich durch Schlamm und Detritus, der sich an ihren Borsten festsetzt. Sie tolerieren Fischbesatz in ihren Fortpflan- zungsgewässern.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: keine bekannt

Großer Blaupfeil (Orthetrum cancellatum)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (2000): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2: Großlibellen (Anisoptera), Literatur. - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 712 pp.
  • SCHMIDT, E. (1974): Faunistisch-ökologische Analyse der Odonatenfauna der Nordfriesischen Inseln Amrum, Sylt und Föhr. – Faun.-ökol. Mitt. 4: 401-418.

Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum)

Größe:

Zierliche Großlibelle mit einer Länge von 34 bis 39 mm und einer Flügelspannweite von etwa 46 bis 62 cm.

Männchen:

Beine schwarz, dadurch eindeutig von der Großen und der Gemeinen Heidelibelle zu unter- scheiden. Brust braun, Hinterleib, Augen und Stirn leuchtend rot. Auffällig verdickter Hinterleib. Junge Männchen sind zunächst gelb-braun gefärbt.

Weibchen:

Beine schwarz, Brust braun, Hinterleib überwiegend gelb mit schwarzer Strichzeichnung, nicht keulig verdickt.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien nur 13 bis 18 mm. Fangmaske korbförmig, Hinterleib ver- breitert. Rückendornen schwach entwickelt. Seitendornen an Hinterleibssegment 9 lang, an Segement 8 variabel aber kürzer. Hinterrand der Bauchplatten des 7. und 8. Segments mit einer Reihe kleiner Borsten.

Gesamtverbreitung:

Eurosibirische Art, deren Verbreitungsgebiet sich von Europa über das nördliche Vorderasien und Westsibirien bis in die Mongolei erstreckt.

Deutschland:

In Deutschland allgemein verbreitet und zählt überall zu den häufigsten Großlibellen. Sie kommt sowohl in der Norddeutschen Tiefebene als auch in den höheren Lagen vor. Lediglich die Mittelgebirgskämme und der alpine Bereich werden gemieden.

Schleswig-Holstein:

Weit verbreitet, vor allem im östlichen Hügelland und in der Geest, seltener in der Marsch.

Überwinterung: als Ei oder Larve

Dauer Larvalentwicklung: bei Überwinterung als Ei ein bis drei Monate, andernfalls ein Jahr

Schlupfzeit in SH: Ende Mai bis Ende Juli

Flugzeit in SH: Ende Juni bis Ende September, einzelne Tiere schon vorher oder noch im Oktober

Verhalten:

Männchen bilden am Gewässerrand kleine Reviere, die sie aggressiv gegen Rivalen, auch Männchen anderer Heidelibellen, verteidigen.

Eiablage:

Eiablage meist im Tandem oder auch allein unter Bewachung durch das Männchen. Eier werden im Uferbereich über feuchten Schlammflächen oder temporär ausgetrockneten Senken, häufig zusammen mit anderen Paaren, abgeworfen.

Imagines:

Besiedeln eine Vielzahl von Gewässertypen, sind jedoch vor allem an Tümpeln, Kleingewässern und Weihern zu finden. Diese sind sonnenexponiert, weisen eine eher flache Ufervegetation und eine breite Wasserwechselzone auf. Auch periodisch überflutete Senken werden genutzt.

Larven:

In Ufernähe zwischen Wasserpflanzen oder im Röhricht, meiden das Freiwasser und graben sich auch nicht ins Sediment ein.

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: ungefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: ungefährdet

Gefährdungsursachen: keine erkennbar

Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (2000): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2: Großlibellen (Anisoptera), Literatur. - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 712 pp.

A. Bruens

Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia)

Größe:

Mit einer Länge von 31 bis 36 mm die kleinste der in Schleswig-Holstein vorkommenden Moosjungfern.

Männchen:

Überwiegend schwarz gefärbt mit einer zunächst gelben Fleckenzeichnung auf Brust und Hinterleib, die mit zunehmendem Alter vor allem oben auf den Hinterleibssegmenten deutlich rötlicher werden. Flügelmal bei ausgefärbten Männchen schwarz. In vielen Fällen kaum von der Nordischen Moosjungfer zu unterscheiden, dies ist eindeutig oft nur anhand des Kopulationsapparates möglich.

Weibchen:

Überwiegend schwarz gefärbt mit einer gelben Fleckenzeichnung auf Brust und Hinterleib. Flügelmal schwarz. In vielen Fällen kaum von der Nordischen Moosjungfer zu unterscheiden, dies ist eindeutig oft nur anhand der Legescheiden möglich.

Larve/Exuvie:

Länge der größeren Larvenstadien nur 16 bis 19 mm. Fangmaske korbförmig, Hinterleib ver- breitert, unterseits mit auffälligen dunklen Bändern in Längsrichtung. Rückendornen von variabler Größe auf den Hinterleibssegmenten 4 bis 7, nicht auf dem 8. Segment. Seitendornen an Hinterleibssegment 9 in der Regel kurz.

Gesamtverbreitung:

Eurosibirische Art, Belgien, Deutschland und die Schweiz liegen am westlichen Rand des geschlossenen Areals. Nach Norden hin ist ganz Skandinavien besiedelt, nach Osten erstreckt sich die Verbreitung über Polen, das Baltikum, Weißrussland und die nördliche Ukraine bis nach Sibirien.

Deutschland:

In Deutschland die häufigste und am weitesten verbreitete Art der Gattung mit Vorkommensschwerpunkten in den Bereichen des Voralpinen Moor- und Hügellandes, der Alpen, den Mittelgebirgen Thüringens und Sachsens sowie im Nordwestdeutschen Tiefland. In den anderen Gebieten sehr zerstreut, oft nur lokal nachgewiesen.

Schleswig-Holstein:

Überwiegend in der Geest verbreitet, sowohl die Eisrandlagen am westlichen Rand des Östlichen Hügellandes als auch die Moore am Übergang der Geest zur Marsch bilden einen Verbreitungs- schwerpunkt. Darüber hinaus auch in den Mooren östlich des Elbe-Lübeck-Kanals zu finden.

Überwinterung: als Larve

Dauer Larvalentwicklung: zwei bis vier Jahre

Schlupfzeit in SH: Mitte April bis Juli

Flugzeit in SH: Ende April bis Ende August, Hauptflugzeit Mitte Mai bis Anfang Juli, ausnahms- weise auch noch im September

Verhalten:

Die Männchen bilden am Gewässerrand feste Reviere, die sie bei geringer Männchendichte gegen Rivalen verteidigen. Mit zunehmender Individuendichte nimmt die Agressivität ab. Eine andere Strategie verfolgen sogenannte "Satellitenmännchen", die oft kleiner und schwächer sind. Sie halten sich unauffällig im Randbereich des Revieres auf und versuchen, einfliegende Weibchen zu ergreifen, wenn der Revierinhaber durch Luftkämpfe mit dem Nachbarn oder eine Paarung mit einem anderen Weibchen abgelenkt ist.

Eiablage:

Eiablage allein und in der Regel im Flug über mit Torfmoosen bewachsenen Flächen unter Bewachung durch den Partner.

Imagines:

Besiedeln nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Gewässer in Mooren und Heiden. Voraus- setzung ist das Vorhandensein von Torfmoosen, daher ist das Vorkommen oft auf die sauren Kolke, Schlenken oder Torfstiche im Zentrum von Hochmooren beschränkt.

Larven:

Halten sich in Torfmoosbeständen auf. Sie tolerieren weden ein vollständiges Austrocknen noch ein komplettes Durchfrieren der Entwicklungsgewässer

Rote Liste Schleswig-Holstein 2011: stark gefährdet

Rote Liste Deutschland 2014: gefährdet

Gefährdungsursachen: Degeneration bzw. Zerstörung von Mooren durch Torfabbau, Ent- wässerung, Nährstoffeintrag oder Fischbesatz

Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia)
Körperlänge18 mm
Vorderflügellänge 22 mm
Länge Larven3cm
Exemplare in S-H250.000
Alter MAX3 Wochen
Quartettspiel bestellen

Literatur

  • ARBEITSKREIS LIBELLEN SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2015): Die Libellen Schleswig-Holsteins. – Natur + Text, Rangsdorf, 544 pp.
  • BROCHARD, C.; D. GROENENDIJK; E. VAN DEN PLOEG & T. TERMAAT (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. – KNNV Uitgeverij, Zeist.
  • BROCKHAUS, T. & U. FISCHER (2005): Die Libellenfauna Sachsens. – Natur + Text, Rangsdorf, 427 pp.
  • BROCKHAUS, T.; H.-J. ROLAND; T. BENKEN; K.-J. CONZE; A. GÜNTHER; K.G. LEIPELT; M. LOHR; A. MARTENS; R. MAUERSBERGER; J. OTT; F. SUHLING; F. WEIHRAUCH & C. WILLIGALLA (2015, Ed.): Atlas der Libellen Deutschlands. – Libellula Supplement 14, 464 pp.
  • DIJKSTRA, K.-D. B. (Ed.) (2014): Die Libellen Europas. Ein Bestimmungsführer. – Haupt-Verlag, Bern.
  • STERNBERG, K. & R. BUCHWALD (Hrsg.) (2000): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2: Großlibellen (Anisoptera), Literatur. - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 712 pp.

A. Bruens

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